Evangelisches Pfarramt
Highlights
- Das evangelische Pfarramt in Großschönau verwaltet eine 1705–1711 erbaute Kirche mit barocker Fassade und Turm (42 m).
- Die 1747 gebaute Tamitius-Orgel mit 28 Registern ist die einzige erhaltene Orgel des Zittauer Orgelbaumeisters Johann Tamitius.
- Die Kirche wurde 1726–1729 nach Bränden und Platzmangel komplett neu aufgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt.
Tipps
- Der historische Türschlussstein aus dem Jahr 1546 dokumentiert die frühe Existenz der Kirche und ist bei Umbauarbeiten 1898 entdeckt worden.
- Die 1747 erbaute Orgel von Johann Gottlieb Tamitius mit 28 Registern stellt ein bedeutendes Beispiel barocker Orgelbaukunst im Zittauer Raum dar.
- Die 1995 bis 1998 durchgeführte Restaurierung der Orgel erfolgte mit Unterstützung von Denkmalschutzbehörden und Stiftungen zur Erhaltung des Kulturguts.
Eigenschaften
Evangelische Kirche Großschönau – Kultur & Sakrales entdecken
Das Evangelische Pfarramt in Großschönau ist ein historisches Bauwerk, das tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Die Gemeinde, die bereits im 14. Jahrhundert eine erste Kapelle besaß, entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum. Die erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrers aus dem Jahr 1366 bezeugt, dass hier seit jeher religiöses Leben stattfand. Die heutige Kirche entstand jedoch erst im frühen 18. Jahrhundert, als die bestehende Kapelle zu klein geworden war und ein Neubau notwendig wurde.
Der Umbau und Neubau der Kirche zwischen 1705 und 1711 erfolgte unter dem Patronat von Otto Ludwig von Kanitz, einem einflussreichen Schlossherrn von Hainewalde. Der Baumeister Jonas Kirchstein aus Bautzen gestaltete den Sakralbau im Stil der Barockzeit, wobei der markante Turm an der Westseite und die Sakristei prägende Elemente wurden. Besonders auffällig ist der Türschlussstein aus dem Jahr 1546, der bei Renovierungsarbeiten 1898 entdeckt wurde und auf eine ältere Vorgängerbausubstanz hinweist.
Ein weiteres Juwel der Kirche ist die Orgel, die seit ihrer Restaurierung im späten 20. Jahrhundert wieder zu ihrem alten Glanz gefunden hat. Die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1898 und ersetzte ein Werk von Johann Gottlieb Tamitius, das bereits 1747 erbaut worden war. Tamitius’ ursprüngliche Orgel mit 28 Registern war eine der bedeutendsten im Zittauer Raum, doch sie wurde nach 152 Jahren durch ein neues Instrument ersetzt. Die heutige Orgel wurde dank Spenden und Fördermitteln wie denen des Amtes für Denkmalschutz Dresden und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wiederhergestellt.
Die Kirche in Großschönau steht nicht isoliert, sondern ist Teil einer lebendigen kirchlichen Tradition, die sich auch auf benachbarte Orte wie Waltersdorf (heute Waltersdorf) auswirkte. Hier wurde im 17. Jahrhundert eine kleine Kapelle errichtet, die später ebenfalls umgebaut wurde. Die Verbindung zur Region ist bis heute spürbar, etwa durch die historische Glocke, die mehrfach umgegossen werden musste, um ihre Funktion zu erhalten. Das Pfarramt dient heute nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Ort der Begegnung und des kulturellen Erbes.
Wer die Geschichte des Zittauer Gebirges und der evangelischen Tradition in der Region erleben möchte, findet im Evangelischen Pfarramt in Großschönau einen Ort, der mit seiner Architektur und seinen historischen Schätzen beeindruckt. Die Kombination aus barocker Baukunst, restaurierter Orgel und einer bewegten Vergangenheit macht diesen Sakralbau zu einem besonderen Ausflugsziel für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte.