Automatengeschichte
Highlights
- 1928: Karl Fey brachte aus den USA die ersten Dreiwalzengeräte („Drops“-Automaten) nach Deutschland zurück.
- 1903: MAX JENTZSCH & MEERZ (Leipzig) gründete Europas älteste Spielautomatenfabrik und beendete die Ära der Nebenprodukt-Herstellung.
- 1883: EMIL WIRBA & FERDINAND UECKER erhielten das älteste deutsche Automaten-Patent für Münzgeräte in Berlin.
Tipps
- Die Ausstellung zeigt die Entwicklung von Spielautomaten ab dem Jahr 1883 mit dem ältesten deutschen Patent für mechanische Automaten.
- Der Fokus liegt auf der Verbindung von Musik- und Spielautomaten, beginnend mit der Gründung der ältesten deutschen Fabrik 1903 in Leipzig.
- Die Präsentation verdeutlicht den Wandel von reinen Musikautomaten zu eigenständigen Geldspielgeräten ab den 1920er-Jahren durch US-amerikanische Einflüsse.
Eigenschaften
Automatengeschichte Fahrdorf – Museum
Die Automatengeschichte in Fahrdorf ist ein faszinierendes Museum, das die Entwicklung der Automatenkultur von ihren Anfängen bis zur Moderne nachzeichnet. Bereits im Jahr 1883 erhielten Emil Wirba und Ferdinand Uecker aus Berlin das älteste deutsche Patent für einen Automaten – ein Meilenstein, der die Grundlage für die spätere Verbreitung dieser Geräte legte. Nur wenige Jahre später, 1889, präsentierte Hamburg auf der Gewerbe- und Industrieausstellung einen Automatenpavillon mit 17 verschiedenen „Warenverkäufern“, die den Beginn einer neuen Unterhaltungsform markierten.
Ein zentraler Punkt der Ausstellung widmet sich der Gründung der DAG (Deutsche Automaten Gesellschaft) in Köln im Jahr 1894, die den organisierten Vertrieb von Münzautomaten vorantrieb. Parallel dazu etablierten sich Unternehmen wie Bergmann & Co. aus Hamburg-Altona, die sich auf Geldspielgeräte und Unterhaltungsautomaten spezialisierten. Die Verbindung von Automaten und Musik wurde ebenfalls prägend: Bereits 1877 erfand Thomas Alva Edison den Zinnfolien-Phonographen, den Vorläufer der späteren Musikautomaten. In Berlin entwickelte sich mit der Firma Wulff um 1956 ein Höhepunkt dieser Ära, als die beliebtesten Schlager in Hitlisten zusammengefasst wurden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Einführung der Dreiwalzengeräte – auch als „Drops Automaten“ oder „Mintautomaten“ bekannt – die ab 1928 nach Deutschland importiert wurden. Der Erfinder Karl Fey, der zuvor aus Süddeutschland in die USA ausgewandert war, brachte diese innovativen Geräte auf seiner Rückreise mit. Während die Automaten zunächst als Nebenerzeugnis von Musikautomatenherstellern galten, markierte die Gründung der MAX JENTZSCH & MEERZ in Leipzig 1903 einen Wendepunkt: Das Unternehmen positionierte sich als älteste deutsche Spielautomatenfabrik Europas und festigte den Ruf der Region als Zentrum dieser Branche.
Die Ausstellung zeigt nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen. Mit dem Aufkommen von Diskotheken in den 1950er-Jahren verschwanden klassische Aufstellorte wie Straßencafés, während Automaten zu festen Bestandteilen des öffentlichen Raums wurden. Fahrdorf bietet damit einen einzigartigen Einblick in diese spannende Kulturgeschichte – von den ersten Münzgeräten bis zu den modernen Unterhaltungsautomaten.