Kirche/Kloster

St. Laurentius

Pfarrbereich Langenorla, Dorfstraße 3, 07768 Freienorla

Tipps

  • Besuchen Sie die Sakramentsnischen im Chor, die aus der Erbauungszeit um 1500 stammen.
  • Die bemalte Flachdecke des Kirchenschiffs ist während der Restauration von 1981 bis 1985 erhalten worden.
  • Die Emporen mit barocken Balustern und die Kanzel aus dem Jahr 1821 sind sehenswerte Umbauten der Reformationszeit.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Laurentius

Die evangelisch-lutherische Filialkirche St. Laurentius in Freienorla im Saale-Holzland-Kreis ist ein sakraler Ort von großer historischer und architektonischer Bedeutung. Die um 1500 erbaute Saalkirche zählt zu den spätgotischen Bauten der Region und zeigt trotz späterer Umbauten und Restaurationen einen gut erhaltenen Charakter ihrer Ursprungszeit. Sie steht unter dem Namen des heiligen Laurentius von Rom und gehört heute zur Kirchengemeinde Freienorla, genauer zum Gemeindeteil Pritschroda.

Das Äußere der Kirche besticht durch ihre klare Baustruktur und den Dachreiter, der sich über dem Langhaus erhebt. Besonders auffällig ist das ehemalige Türgewände im Süden des Kirchenschiffs, ein gotisches Portal mit filigranem Stabwerk, das heute vermauert ist und ein barockes Grabmal beherbergt, dessen Inschrift nicht mehr lesbar ist. Die Chorfenster zeigen altes gotisches Maßwerk, und eine noch vollständig erhaltene Mauer umschließt das Gebäude, auch wenn deren Abdeckung fehlt. Im Außenbereich steht ein beschädigter gotischer Taufstein, der auf die frühe Nutzung des Sakralbaus hinweist.

Im Inneren präsentiert sich die Kirche schlicht, aber eindrucksvoll. Ein gotischer Triumphbogen trennt den Hauptkirchenraum vom Chor und führt den Blick zum bescheidenen Altar. Über diesem erhebt sich der reich dekorierte Orgelprospekt mit Blumenmotiven und geschnitzten Verzierungen in den Spitzbogen hinein. Die Flachdecke des Kirchenschiffs ist bemalt, und die Emporen an der Nord- und Westseite sind teilweise aus dem 18. Jahrhundert und erhielten ihre heutige Form während einer umfassenden Instandsetzung. Besonders erwähnenswert ist die klassizistische Kanzel vor dem Triumphbogen sowie das gotische Taufbecken in Form einer Vase auf kubischem Sockel, beide aus der Restaurationszeit um 1821.

Die Sakristei an der Südseite des Chors zeigt noch Abbruchsspuren, und am Chorscheitel sind Reste gemalter Heiliger aus der Erbauungszeit erhalten. In der Chorempore steht eine kleine Orgel mit neun Registern, die 1746 erbaut und 1989 restauriert wurde. Im Dachreiter befinden sich zwei Glocken: eine aus dem Jahr 1611 von Melchior Mörinck aus Erfurt und eine kleinere Glocke aus dem Jahr 2007.

Die Kirche St. Laurentius ist ein stilles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und reformatorischer Geschichte in Thüringen. Ihre ruhige Atmosphäre, die klaren Linien der Architektur sowie die kunsthandwerklichen Details laden zur Besinnung und zum kulturellen Erlebnis ein. Als Teil des Pfarrbereichs Langenorla im Kirchenkreis Schleiz bleibt sie ein Ort der Spiritualität und des Gedenkens – sowohl für Gläubige als auch für Interessierte der regionalen Sakralkultur.

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