ehemalige Synagoge Guntersblum
Highlights
- Im 18. Jahrhundert gab es in Guntersblum sechs bis elf jüdische Familien; 1834 lebten hier 169 Juden (6% der Bevölkerung).
- 1828 erhielt die Gemeinde einen eigenen Rabbiner, doch Mitte der 1920er-Jahre unterrichtete er nur noch drei Kinder.
- Die Synagoge wurde im 19. Jahrhundert erbaut; zuvor nutzten Juden die evangelische Schule für Religionsunterricht.
Eigenschaften
Ehemalige Synagoge Guntersblum – Kultur-Ausflug
Die ehemalige Synagoge in Guntersblum ist ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Geschichte im Ort und spiegelt die wechselvolle Entwicklung der jüdischen Gemeinde wider. Bereits im frühen 19. Jahrhundert lebten in Guntersblum jüdische Familien, deren Anzahl zwischen 1807 und 1834 von sechs auf 169 stieg – ein Zeichen für eine wachsende Präsenz der jüdischen Bevölkerung. Die Gemeinde war Teil des Rabbinatsbezirks Mainz und verfügte über eine eigene Synagoge sowie einen Raum für den Religionsunterricht, der auch Kindern aus den Nachbardörfern Hahnheim und Selzen zugutekam.
Im Laufe des 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner wieder ab. Die Synagoge diente nicht nur als Gebetsstätte, sondern auch als kultureller und sozialer Mittelpunkt der Gemeinde. Der letzte Rabbiner unterrichtete Mitte der 1920er-Jahre jedoch nur noch wenige Kinder, was auf den allgemeinen Rückgang der jüdischen Präsenz hinweist.
Die Synagoge in Guntersblum war ein zentraler Ort für die jüdische Gemeinde, die sich über Jahrhunderte in der Region etabliert hatte. Trotz ihrer Bedeutung wurde sie im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung zerstört. Heute erinnert die ehemalige Synagoge an die Geschichte der jüdischen Bewohner und ihre Rolle in der lokalen Gesellschaft. Der Ort steht symbolisch für das Erbe einer Gemeinschaft, die hier einst ein selbstverständlicher Teil des Lebens war.
Die ehemalige Synagoge ist ein bedeutendes Kulturdenkmal, das die Vielfalt der regionalen Geschichte widerspiegelt. Sie lädt dazu ein, sich mit der jüdischen Tradition in Guntersblum auseinanderzusetzen und die Spuren einer längst untergegangenen Gemeinde zu erkunden. Als Teil des kulturellen Erbes des Ortes bietet sie Einblicke in die religiösen und sozialen Strukturen vergangener Zeiten.