Frauengeschichtswerkstatt Herrenberg
Highlights
- Die Frauengeschichtswerkstatt Herrenberg bietet thematische Stadtführungen wie ‚Auf den Spuren Herrenberger Geschäftsfrauen‘ mit interaktiven Spielszenen seit 2005 an.
- Ihre Ausstellung ‚Designerinnen der Stuttgarter Gardinenfabrik‘ (2024) zeigte kreatives Schaffen von Frauen und wurde mit Erzählcafés ergänzt.
- Seit 2005 wurden über 40 Vorträge und vier Ausstellungen zu lokaler Frauengeschichte realisiert, darunter ‚Sorgearbeit – Frauensache?‘ und ‚Krankenpflege‘.
Tipps
- Die Frauengeschichtswerkstatt bietet thematische Stadtführungen an, die historische Frauenrollen und ihre gesellschaftliche Bedeutung in Herrenberg aufzeigen.
- Ein zentraler Veranstaltungsort für die Führungen ist der Herrenberger Marktplatz, der als historischer Treffpunkt für die Präsentation von Frauengeschichte dient.
- Die Ausstellung ‚Designerinnen der Stuttgarter Gardinenfabrik‘ zeigt künstlerische Leistungen von Frauen und verbindet handwerkliche Tradition mit lokaler Wirtschaftsgeschichte.
Eigenschaften
Frauengeschichte entdecken – Herrenberg
Die Frauengeschichtswerkstatt Herrenberg ist ein lebendiges Museum für die lokale Geschichte der Frauen in Herrenberg und ein zentraler Ort für die Aufarbeitung und Vermittlung weiblicher Lebenswelten. Seit ihrer Gründung hat sie sich als wichtige Institution etabliert, die durch innovative Formate wie Stadtführungen, Ausstellungen und Erzählcafés die Sichtbarkeit von Frauen in der regionalen Geschichte stärkt. Mit über 40 Vorträgen, drei Publikationen und vier thematischen Ausstellungen bietet sie ein breites Spektrum an Angeboten, die sich mit Alltagsleben, Berufstätigkeit und gesellschaftlichem Engagement von Herrenbergerinnen auseinandersetzen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aufarbeitung von Frauen in wirtschaftlichen und sozialen Berufen. So widmete sich die Werkstatt beispielsweise der Ausstellung *„Designerinnen der Stuttgarter Gardinenfabrik“*, die die kreativen Leistungen von Frauen in der Textilbranche – einer traditionellen Stärke der Region – in den Fokus rückte. Durch Zeitzeugengespräche und archivierte Dokumente wurden die Biografien dieser Frauen lebendig, während parallel Stadtführungen wie *„Auf den Spuren Herrenberger Geschäftsfrauen“* Einblicke in unterrepräsentierte Berufsfelder wie Handel, Handwerk oder Verwaltung gaben. Diese Formate verbinden historische Quellen mit interaktiven Elementen, etwa durch nachgestellte Szenen oder kulinarische Abschlüsse, die die Themen erlebbar machen.
Die Frauengeschichtswerkstatt verbindet dabei lokale mit überregionalen Bezügen: So wurde etwa die Arbeit von Frauen in der Stuttgarter Gardinenfabrik in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv präsentiert, während Stadtführungen wie *„Handel im Wandel der Zeiten“* in Kooperation mit dem Weltladen Herrenberg veranstaltet wurden. Der Marktplatz, ein historischer Treffpunkt, dient dabei oft als Ausgangspunkt für die Rundgänge, die von der Mittelalterzeit bis in die Gegenwart reichen.
Ein zentrales Anliegen der Werkstatt ist die Einbindung von Zeitzeuginnen und der öffentlichen Diskussion. Bei Führungen oder Erzählcafés hatten Besucher:innen die Möglichkeit, selbst von Erinnerungen zu berichten oder mit ehemaligen Akteurinnen ins Gespräch zu kommen. So entstanden lebendige Dialoge über Themen wie *„Krankenpflege – Frauensache?“*, *„Umwelt in Herrenberg“* oder *„Sorgearbeit“* – Fragen, die bis heute gesellschaftlich relevant sind. Durch diese Formate wird Geschichte nicht nur vermittelt, sondern auch als Teil eines aktiven Gedächtnisses erfahrbar gemacht, das bis in die Gegenwart wirkt.
Die Frauengeschichtswerkstatt Herrenberg ist damit mehr als ein Museum: Sie ist ein Ort der Erinnerung, der Aufklärung und der Teilhabe. Indem sie unsichtbare Biografien sichtbar macht und historische Zusammenhänge mit aktuellen Debatten verknüpft, leistet sie einen wichtigen Beitrag dazu, die vielfältigen Beiträge von Frauen zur Geschichte der Stadt zu würdigen – und damit auch die eigene Identität mitzugestalten.