Landsmannschaft der Donauschwaben Landesverband Bayern e.V.
Highlights
- Das Museum bewahrt die größte donauschwäbische Trachten- und Familienbuchsammlung weltweit sowie historische Dokumente zu 300 Jahren Siedlungsgeschichte.
- Kunstausstellungen wie ‚fleeting trace of memory‘ verbinden Erinnerungskultur mit historischen Objekten und mündlichen Erzählungen der zweiten Generation.
Tipps
- Die Ausstellung ‚fleeting trace of memory‘ verbindet historische Sammlungsstücke mit künstlerischen Arbeiten und thematisiert Erinnerung als komplexen, mehrdimensionalen Prozess.
Eigenschaften
Donauschwaben-Museum Haar: Kultur & Geschichte
Das Haus der Donauschwaben – Kulturzentrum des Landesverbands Bayern in Haar ist ein lebendiges Museum und zentraler Ort der Erinnerungskultur für die Nachfahren der deutschen Siedlerinnen und Siedler, die im 18. Jahrhundert im Königreich Ungarn eine neue Heimat aufbauten. Die Sammlung des Vereins dokumentiert die einzigartige Geschichte der Donauschwaben, die über Jahrhunderte in einer multikulturellen Region zwischen Ungarn, Rumänien und dem heutigen Serbien lebten. Im Mittelpunkt stehen dabei Alltagsgegenstände, historische Dokumente und eine der größten Trachtenkollektionen weltweit, die die kulturelle Identität dieser Gruppe bewahren.
Ein besonderer Schatz des Kulturzentrums ist das Archiv mit über 300 Jahren Familiengeschichte, das Familienforschern und Nachkommen der Donauschwaben als Quelle dient. Die Bibliothek ergänzt dies mit einem umfangreichen Bestand an historischen und belletristischen Werken, darunter auch ausleihbare Bücher zum Thema „Deutsche aus Südosteuropa“. Ein Katalog ordnet den Bestand systematisch und ermöglicht es Interessierten, sich vertieft mit der Kultur und den Schicksalen der Siedlerinnen und Siedler auseinanderzusetzen. Regelmäßig werden Ausstellungen wie die künstlerische Arbeit von Lea Wagner gezeigt, die Erinnerungen an Flucht, Vertreibung und den Aufbau einer neuen Existenz greifbar macht.
Die Trachten der Donauschwaben, oft aus dem „Gold der Batschka“ – dem Hanf der alten Heimat – gefertigt, sind ein zentraler Bestandteil der Sammlung. Fachleute wie die Schneidermeister Evi Franke und Mathias Klein haben viele dieser historischen Kleidungsstücke originalgetreu restauriert. Ergänzt wird dies durch ein Musikarchiv, das das kulturelle Erbe hörbar macht. Neben der Sammlung lebt die Tradition im Kulturzentrum weiter: Trachtengruppen wie die Münchner Banater Schwaben oder die Freisinger Gruppe pflegen Brauchtum und stellen es in gemeinsamen Auftritten vor – verbunden durch persönliche Geschichten, die bis in die dritte Generation reichen.
Das Kulturzentrum versteht sich als Ort des Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch Ausstellungen, Führungen und ein neues Ausstellungskonzept, das Geschichten der Objekte neu erzählt, wird die Erinnerung an die Donauschwaben lebendig gehalten. Fachreferentinnen wie Daniela Güthner verbinden dabei historische Forschung mit kreativer Vermittlung, um die kulturelle Identität für zukünftige Generationen zu bewahren. Das Haus ist damit nicht nur ein Museum, sondern ein Denkraum, der Flucht, Vertreibung und den Aufbau einer neuen Heimat in all ihren Facetten sichtbar macht.
Besucherinnen und Besucher finden hier nicht nur eine Sammlung, sondern ein Netzwerk aus Erzählungen, Musik und Handwerkskunst – ein Ort, der die Vielfalt der donauschwäbischen Kultur erfahrbar macht und gleichzeitig Raum für neue Perspektiven auf Geschichte und Identität bietet.