Wallfahrtskirche Sammarei
Highlights
- Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Sammarei entstand nach einem Wunderbericht im Jahr 1619.
- Sie gilt als 'Niederbayerische Wieskirche' und zählt zu den bedeutenden Wallfahrtsorten Bayerns.
- Die Kirche wurde 1631 geweiht und beherbergt eine barocke Gnadenkapelle mit über 1300 Votivbildern.
Tipps
- Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Sammarei ist ein barockes Architekturdenkmal mit einzigartigem Schnitzaltar und lohnt eine Besichtigung.
- Vor dem Haupteingang befindet sich der Brunnen der Dankbarkeit, der an das Wunder des brennenden Bauernguts und den wieder Früchte tragenden Apfelbaum erinnert.
- Geführte Erklärungen durch engagierte Personen wie Herbert oder Mesnerin Andrea bieten tiefere Einblicke in die Geschichte und Bedeutung der Kirche.
Eigenschaften
Über Wallfahrtskirche Sammarei
Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Sammarei, einem Ortsteil von Ortenburg im Landkreis Passau, zählt zu den bedeutenden sakralen Baudenkmälern Bayerns. Die Kirche steht unter dem Schutz des Bistums Passau und ist sowohl für ihre barocke Architektur als auch ihre besondere Bedeutung als Wallfahrtsort bekannt. Volksmundsprache hat ihr die Beinamen „Niederbayerische Wieskirche“, „bayerisches Assisi“ und „deutsches Loreto“ verliehen, die ihre kulturelle und religiöse Stellung widerspiegeln.
Die Entstehung der Wallfahrt geht auf ein Wunderereignis im Jahr 1619 zurück, als ein Bauerngut in Sammarei abbrannte. Während die Flammen auf die danebenstehende Holzkapelle übergreifen sollten, blieb diese unversehrt. Ebenso erachtet wurde, dass ein durch das Feuer ausgedörrter Apfelbaum im folgenden Jahr wieder Früchte trug. Diese Äpfel mit Quittengeschmack wurden als Zeichen der Gnade an die Kurfürstin Elisabeth gesandt, woraufhin der Bau einer neuen Kirche rund um die bestehende Kapelle genehmigt wurde. Auf dem Kirchenvorplatz erinnert der Brunnen der Dankbarkeit, eingeweiht zum 375-jährigen Bestehen der Kirche, an dieses Ereignis.
Der Grundstein für das heutige Kirchengebäude wurde 1629 vom Abt Michael Kirchberger gelegt. Der Maurermeister Isaak Bader führte den Bau unter Einbindung der älteren Kapelle aus dem frühen 16. Jahrhundert aus. 1631 erfolgte die Weihe durch den Regensburger Weihbischof Otto Heinrich. Die barocke Architektur mit Saalbau, Polygonalchor und Fassadenturm zeichnet sich durch einen lichtdurchfluteten Innenraum aus. Das Tonnengewölbe, die Gesimskapitäle sowie die vier Joche gliedern den Raum stilistisch. Die ursprüngliche Farbgebung wurde in einer Restaurierung der 1970er Jahre wiedergewonnen.
Die Ausstattung der Kirche beeindruckt durch den monumentalen Hochaltar, der vermutlich 1645 von Jakob Bendl geschaffen wurde. Die Altarschauwand gliedert sich in fünf Achsen, wobei drei den Hochaltar und zwei die Seitengnadenaltäre bilden. Die zentrale Gnadenkapelle ist über Durchgänge unter den Altarflügeln zugänglich. Im Umgang um diese Kapelle befinden sich etwa 1300 Votivbilder, die Zeugnis von Wallfahrten und Gebetsanliegen verschiedener Jahrhunderte geben. Die Orgel, auf einer Empore über zwei Steinsäulen tragend, vervollständigt das Bild der barocken Innenausstattung.
Die Wallfahrtskirche Sammarei ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis von hohem Rang. Ihre ruhige Atmosphäre, die reichhaltige Ausstattung und die lebendige Überlieferung durch ehrenamtliche Mitarbeiter tragen dazu bei, dass der Ort sowohl für Gläubige als auch für Interessierte an sakraler Architektur von Bedeutung bleibt. Mit einem durchschnittlichen Bewertung von 4,8 von 5 Sternen spiegeln Besuchererfahrungen die Wertschätzung für diesen außergewöhnlichen Ort wider.