Haus Harkorten
Highlights
- Das Anwesen wurde 1756/57 von der Familie Harkort errichtet und gilt als Höhepunkt des Bergischen Wohnhausbaus.
- Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und befand sich 2014 akut im Verfall durch Leerstand und mangelnden Unterhalt.
Tipps
- Das Haus ist über eine lange Lindenallee erreichbar, die zeitgleich mit der Anlage entstand.
- Das Backhaus wurde 2013 neu errichtet und enthält keine historische Substanz mehr.
- Die originale Verglasung der Fenster ist weitgehend erhalten.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Hagen: Haus Harkorten
Das Haus Harkorten in Hagen ist eine von wenigen erhaltenen spätbarocken Gutsanlagen des südöstlichen Ruhrgebiets und zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Es war einst der Wohnsitz der einflussreichen Patrizier- und Unternehmerfamilie Harkort, deren Mitglieder maßgeblich zur Industrialisierung des Ruhrgebiets beitrugen. Die Anlage befindet sich im ehemaligen Stadtteil Westerbauer und erstreckt sich über ein Gelände am Nordrand der früheren Gemeinde. Die Erschließung erfolgt über eine imposante, vermutlich gleichzeitig entstandene Lindenallee, die den Weg zur historischen Gebäudegruppe säumt.
Der architektonische Schwerpunkt der Anlage bildet das Herrenhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das über eine sechsstufige Freitreppe betreten wird. Das Gebäude gilt als Höhepunkt des Bergischen Wohnhausbaus, obwohl es nördlich des historischen Herzogtums Berg liegt. Der zweigeschossige Fachwerkbau ruht auf einem hohen Bruchsteinsockel und verfügt über ein geschweiftes Walmdach. Die Fassade gliedert sich in sechs Achsen mit barocken Fenstern, während an der Eingangsseite ein Portal mit aufwendigen Rocaille-Schnitzereien den Zugang markiert. Ursprünglich als reines Wohn- und Kontorhaus konzipiert, verfügte das Gebäude über keine Produktionsräume. Die originale Verglasung sowie die räumliche Struktur mit Wohnräumen im Obergeschoss und Dienstbotenquartieren im Dachgeschoss sind weitgehend erhalten.
Weitere Bestandteile der Anlage sind das ältere Stammhaus, auch „Ökonomiegebäude“ genannt, das Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurde, sowie ein Speicher aus dem Jahr 1705, der zeitweise auch Wohnzwecken diente. Ein Backhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde in den Jahren vor 2013 abgetragen und neu errichtet, wobei es an historischer Substanz verlor und nicht mehr zum Denkmalensemble zählt. Die gesamte Anlage ist seit Jahrzehnten von Leerstand und Vernachlässigung geprägt, was zu erheblichem baulichen Verfall führte. Lediglich vereinzelte Instandsetzungsmaßnahmen an den Nebengebäuden konnten den Zustand etwas stabilisieren.
Das Haus Harkorten ist eng mit der Geschichte der Familie Harkort verbunden, insbesondere mit den Brüdern Gustav, Eduard und Friedrich Harkort, die als Wegbereiter der Industrialisierung im Ruhrgebiet gelten. Nur wenige hundert Meter entfernt befand sich einst die Harkort’sche Fabrik, von der heute nur noch geringe Reste vorhanden sind. Auch die nahegelegene Harkort’sche Kohlenbahn, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bestand, zeugt vom industriellen Erbe der Familie. Die Anlage selbst wurde im Laufe der Zeit in Einzeleigentum aufgeteilt, was ihre Pflege zusätzlich erschwerte.
Seit 2014 drohte der vollständige Verfall des Anwesens aufgrund mangelnder finanzieller Mittel des damaligen Eigentümers. Inzwischen hat ein gemeinnütziger Verein, unterstützt von der Stadt Hagen, das Anwesen übernommen, um langfristig eine Sanierung und nachhaltige Nutzung zu ermöglichen. Im Jahr 2016 bewilligte das Bundesdenkmalschutz-Sonderprogramm rund 240.000 Euro zur Sicherung des Gebäudes und zur Verhinderung weiteren Verfalls. Ziel ist es, die historische Substanz zu erhalten und künftig einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zu ermöglichen.
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Häufige Fragen zu Haus Harkorten
Was ist das Haus Harkorten?
Quelle: wikipedia
Wann wurde das Haus Harkorten erbaut?
Quelle: wikipedia
Welche Gebäude gehören zum Ensemble?
Quelle: wikipedia
Wer war die Familie Harkort?
Quelle: wikipedia