Aussichtspunkt

Heunstein

35683 Dillenburg

Highlights

  • Die Ringwallburg Heunstein ist eine keltische Höhenburg auf 471,1 m Höhe südlich von Dillenburg.
  • Die Anlage erstreckt sich über etwa 650 Meter entlang des Bergkammes und umfasst rund 12 Hektar.
  • Archäologische Funde datieren die Besiedlung in die Spätlatènezeit, teilweise auch früher.

Tipps

  • Wanderwege sind nur für geübte Wanderer geeignet, da das Gelände uneben und teilweise steil ist.
  • Die Reste des Ringwalls und des Grabens sind nur schwach sichtbar, eine eigene Erkundung lohnt sich dennoch.
  • Der Heuweiher, einst durch einen Annexwall geschützt, verdeutlicht die historische Bedeutung der Quelle.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Ganzjährig

Über Heunstein

Der Heunstein ist ein ehemaliger keltischer Berggipfel im hessischen Dillenburg, gelegen im Lahn-Dill-Kreis. Auf einer Höhe von 471,1 Metern über Normalnull befinden sich die Überreste einer Ringwallburg aus der Spätlatenezeit. Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass es sich bei der Anlage um eine keltische Höhensiedlung, möglicherweise ein Oppidum, handelte. Die Wallanlage erstreckt sich entlang eines Bergkammes über eine Länge von etwa 650 Metern und umschließt eine Fläche von rund zwölf Hektar. Heute sind vom ursprünglichen Ringwall und zugehörigen Graben nur noch geringe Reste sichtbar, die im Gelände nur noch schwer zu erkennen sind.

Die Anlage liegt im Waldgebiet nördlich von Dillenburg, südöstlich des Ortsteils Manderbach und südwestlich von Nanzenbach. Der Höhenzug wird im Westen von der Dietzhölze und im Osten bis Süden vom Nanzenbach umflossen. Südlich des Heunsteins verläuft der gleichnamige Heuweiher, der durch einen eigenen Annexwall in die Befestigungsanlage einbezogen war – ein Hinweis auf die besondere Bedeutung der Wasserstelle für die damaligen Bewohner. Die Bauweise und die Lage der Ringwallburg entsprechen dem Typus einer keltischen Höhenburg, wie sie auch in anderen Teilen Hessens vorkommt.

Erste schriftliche Erwähnungen der Anlage stammen aus dem Jahr 1879, als Karl August von Cohausen einen Plan der Wallanlage erstellte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentierte der Forstmeister Heinrich Behlen die Struktur genauer. In den Jahren 1925 bis 1931 fanden unter der Leitung von Dr. Ferdinand Kutsch erste archäologische Ausgrabungen statt. Dabei wurden Keramikfragmente sowie einige Funde aus der Latènezeit geborgen. Die Bauzeit der Ringwallanlage wird in die Spätlatènezeit datiert, wobei Hinweise auf eine mögliche frühere Besiedlung aus der Frühlatènezeit bestehen. In der Nähe wurden zudem Nachweise einer keltischen Kupferverhüttung aus mittel- bis spätlatènezeitlicher Zeit entdeckt.

Die Ringwallburg Heunstein ist heute als Bodendenkmal im Sinne des Hessischen Denkmalschutzgesetzes geschützt. Eingriffe in den Boden oder das Sammeln von Funden bedürfen einer behördlichen Genehmigung. Zufallsfunde sind der zuständigen Denkmalbehörde zu melden. Wanderinteressierte können den Heunstein über einen anspruchsvollen Weg erreichen, der sich durch das nahegelegene Waldgebiet windet. Die Wanderung ist aufgrund des Geländes eher für geübte Wanderer geeignet. Die Aussicht vom Gipfel bietet einen Blick über die umliegenden Wälder und Täler der Region.

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