Kirche/Kloster

ehemalige Synagoge

Im Haag 14, 72401 Haigerloch

Highlights

  • Die Synagoge in Haigerloch wurde 1783 eingeweiht und 1938 während der Novemberpogrome schwer beschädigt.
  • Heute beherbergt das Gebäude eine Gedenkstätte und das Museum „Spurensicherung“ des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg.
  • Nach dem Pogrom wurde das Gebäude zunächst als Kino und später als Supermarkt genutzt, bevor es 1999 für das Museum erworben wurde.

Tipps

  • Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 2 Euro, Schüler frei.
  • Öffnungszeiten: Samstag 14–17, Sonntag 11–17 Uhr, April–Oktober auch Donnerstag 14–19 Uhr.
  • Führungen für Gruppen nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über ehemalige Synagoge

Die ehemalige Synagoge in Haigerloch ist heute ein Museum, das an das jüdische Leben und die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt erinnert. Das Gebäude wurde ursprünglich im Jahr 1783 eingeweiht und war über ein Jahrhundert lang Ort des jüdischen Glaubenslebens. Es wurde nach anfänglichen Umbauten und Erweiterungen Mitte des 19. Jahrhunderts zur größeren Synagoge umgebaut, um der wachsenden Gemeinde gerecht zu werden. In den 1930er Jahren wurde das Gebäude renoviert und erhielt eine feierliche Wiedereinweihung, nur wenige Jahre vor seiner Zerstörung.

Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge durch SA-Einheiten verwüstet. Fenster wurden zerstört, Einrichtung beschädigt und rituelle Gegenstände auf den Hof geworfen. Einige Kulturgüter, darunter die kostbare Torarolle, konnten durch das Eingreifen christlicher Familien gerettet werden. Nach dem Pogrom wurde der Gemeinde untersagt, das Gebäude wieder aufzubauen. Stattdessen musste sie zur Beseitigung der Trümmer verpflichtet werden, ohne dass es zum vollständigen Abriss kam. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude mehrfach umgenutzt – zunächst als Turnhalle, später als Kino und schließlich als Supermarkt.

Im Jahr 1999 gelang es der Stadt Haigerloch gemeinsam mit einem engagierten Gesprächskreis, das Gebäude zu erwerben. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wurde es 2003 als Museum und Gedenkstätte wiedereröffnet. Seitdem trägt es den Namen „Ehemalige Synagoge Haigerloch – Spurensicherung“ und wird vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg betreut. Die Dauerausstellung verfolgt die Spuren des jüdischen Lebens in der Region und zeigt Objekte, Fotos, Zeitzeugenberichte und persönliche Schicksale. Sie erinnert an eine einst lebendige Gemeinschaft, die durch die nationalsozialistischen Verbrechen fast vollständig zerstört wurde.

Das Museum ist ganzjährig an Wochenenden geöffnet und in den Sommermonaten zusätzlich donnerstags. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro, ermäßigt oder für Schüler kostenlos. Die Ausstellung richtet sich sowohl an interessierte Erwachsene als auch an Jugendliche und bietet vielfältige Zugänge zur Geschichte – etwa durch eine Kinder-Rallye oder pädagogische Materialien für Schulklassen. Die ehemalige Synagoge ist damit ein Ort des Gedenkens, der Bildung und der Auseinandersetzung mit einer facettenreichen Vergangenheit.

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