Synagoge
Highlights
- Die Synagoge in Hainsfarth wurde 1860 nach Plänen von Matthias Seemüller erbaut und ist ein geschütztes Baudenkmal.
- Sie diente bis 1938 als jüdischer Gottesdienstraum, wurde dann während des NS-Regimes missbraucht und später restauriert.
- Heute ist sie eine Begegnungsstätte und Kulturraum, betreut vom 1994 gegründeten Freundeskreis Synagoge Hainsfarth e. V.
Tipps
- Die Synagoge in Hainsfarth ist ein geschütztes Baudenkmal und historischer Ort, der aufgrund seiner architektonischen Besonderheiten und jüdischen Geschichte von Interesse ist.
- Der Baukörper zeigt maurische Stilelemente, unter anderem Hufeisenbögen und hebräische Inschriften, die einen Besuch lohneswert machen.
- Heute dient das Gebäude auch für kulturelle Veranstaltungen, weshalb sich ein Besuch lohnt, um sowohl Geschichte als auch Gegenwart zu erfahren.
Eigenschaften
Über Synagoge
Die Synagoge in Hainsfarth im Landkreis Donau-Ries ist ein bedeutendes Kulturdenkmal und Zeugnis jüdischer Geschichte in der Region. Der erste Synagogenneubau entstand bereits im Jahr 1722 in der sogenannten Judengasse, heute Jurastraße. Aufgrund bautechnischer Mängel wurde ab dem Jahr 1857 ein neuer Sakralbau geplant, der zwei Jahre später vollendet wurde. Das Gebäude wurde nach Plänen des Augsburger Architekten Matthias Seemüller errichtet und orientierte sich architektonisch an der Synagoge in Heidenheim. Der Mauermeister Johann Michael Mayer aus Ostheim führte den Bau aus. Das Objekt ist seitdem ein geschütztes Baudenkmal.
Architektonisch zeigt das zweigeschossige Gebäude mit Satteldach maurische Einflüsse, insbesondere in der Gestaltung der Fenster mit Hufeisenbögen sowie in der Wandbemalung. Der Eingangsbereich wird durch ein Tympanon mit einem Hufeisenbogen und hebräischen Inschriften gekennzeichnet. Im Inneren bot die Synagoge Platz für über 200 Gläubige, aufgeteilt in einen Männer- und einen Frauenbereich. An der Ostseite ist von außen der Ständer des Toraschreins sichtbar, umrahmt von zwei Hufeisenfenstern und einem Okulus im Giebelfeld.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Gebäude entweiht und für profane Zwecke missbraucht. Es diente unter anderem als Lager für den nahegelegenen Flugplatz Heuberg sowie als Kühlraum und Werkstatt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zunächst von der Gemeinde als Bauhof genutzt. Ab 1983 erfolgte eine umfassende Restaurierung, die es ermöglichte, das Gebäude 1996 als Begegnungsstätte und Veranstaltungsort zu eröffnen. Seitdem wird es für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt und steht symbolisch für Toleranz und interkulturellen Austausch.
Die ehrenamtliche Arbeit des 1994 gegründeten Freundeskreises Synagoge Hainsfarth e. V. trägt maßgeblich zur Pflege und Nutzung des Gebäudes bei. Der Verein fördert nicht nur die Erhaltung des Denkmals, sondern setzt sich auch aktiv für die Erinnerungskultur und den Dialog zwischen den Kulturen ein. In Anerkennung ihres Engagements wurde der langjährigen Vorsitzenden Sigried Atzmon im Jahr 2024 der Bayerische Verfassungsorden sowie das Bundesverdienstkreuz verliehen.