Denkmal/Gedenkstätte

Bethcke-Lehmann-Brunnen

Burgstraße 45b, 06114 Halle

Highlights

  • Der Bethcke-Lehmann-Brunnen in Halle wurde 1914 als Denkmal für das Ehepaar Ludwig und Emilie Bethcke-Lehmann errichtet.
  • Nach jahrelangem Verfall wurde der Brunnen dank Spenden und Fördermitteln saniert und restauriert.

Tipps

  • Der Bethcke-Lehmann-Brunnen ist ein restauriertes Kulturdenkmal aus dem Jahr 1914 im Diakoniewerk Halle.
  • Die Sanierung umfasste Steinreinigung, Rissversiegelung und originalgetreue Rekonstruktion der Eisengitter.
  • Das Mosaik des Beckens wird aus Anröchter Dolomit neu geschnitten, da originalfarbene Steine nicht verfügbar waren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Bethcke-Lehmann-Brunnen

Der Bethcke-Lehmann-Brunnen ist ein Kulturdenkmal in der Stadt Halle im Bundesland Sachsen-Anhalt. Er steht im Gelände des Diakoniewerks und gilt als historisches Zeugnis der regionalen Kunst- und Gesellschaftsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Das Denkmal wurde einst als Dankeschön und Gedenkstein für das Ehepaar Ludwig und Emilie Bethcke-Lehmann errichtet, die der Stadt Grundstücke und Geldmittel zur Gründung einer evangelischen Stiftung für Jugendliche vermacht hatten.

Die Gestaltung des Brunnens erfolgte im Rahmen eines Wettbewerbs unter Künstlern des Regierungsbezirks Merseburg. Den Zuschlag erhielt ein Team aus den Architekten Georg und Ulrich Roediger sowie der Bildhauerin Elisabeth Roediger-Wächtler. Das künstlerische Konzept zeigt das Stifterpaar gemeinsam mit zwei Kindern und einer Dankesplakette. Dabei wurde Wert auf eine lebendige Gestaltung gelegt, die über einen bloßen Gedenkstein hinausgeht und den Brunnen als Ort der Begegnung und Erholung versteht.

Im Laufe der Jahre geriet der Bethcke-Lehmann-Brunnen in einen zunehmenden Zustand der Verfallens. Nach über einem Jahrhundert standen dringende Restaurierungsmaßnahmen an. Durch private Spenden, Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Lotto Toto Sachsen-Anhalt sowie die Zusammenarbeit mit der Steinwerkstatt Christian Späte GmbH wurde die Sanierung ermöglicht. Dabei wurden unter fachkundiger Leitung verschiedene Maßnahmen durchgeführt: Die Reinigung des Werksteins, die Stabilisierung der Bewehrungsstähle, die Rissversiegelung, die Ergänzung fehlender Formteile sowie die originalgetreue Rekonstruktion der schmiedeeisernen Gitter in einer Kunstschmiede.

Ein besonderer Aspekt der Restaurierung war die Wiederherstellung des Mosaikbeckens. Da passende Mosaiksteine in Frankreich und Marokko nicht verfügbar waren, entschied man sich, die benötigten Steine individuell aus Anröchter Dolomit von Hand zu schneiden. Nach der Frostperiode sollen die abschließenden Arbeiten abgeschlossen werden: die Neuanordnung und Verfugung des Mosaiks sowie die Wiederinbetriebnahme des Wasserspiels.

Der Bethcke-Lehmann-Brunnen ist nicht nur ein architektonisches und kunsthandwerkliches Zeugnis, sondern auch ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und den Erhalt von Kulturgut. Seine Sanierung zeigt, wie Denkmale durch private und institutionelle Unterstützung langfristig erhalten und für künftige Generationen zugänglich gemacht werden können.

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