Denkmal/Gedenkstätte

Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale)

· Am Kirchtor 20 b, 06132 Halle

Highlights

  • Die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) erinnert an die Opfer politisch motivierter Justiz unter NS-Justiz und MfS.
  • Das ehemalige Hinrichtungsgebäude der NS-Justiz beherbergt heute die Gedenkstätte mit Dauerausstellungen.
  • Von 1942 bis 1945 wurden hier 549 Todesurteile gegen Menschen aus 15 Ländern vollstreckt.

Tipps

  • Eintritt ist kostenlos, Toiletten sind vorhanden.
  • Flyer am Eingang bieten zusätzliche Informationen zum Mitnehmen.
  • Führung durch Herrn Popp wird empfohlen, da viele Texte nach der Führung schwer nachzuvollziehen sind.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale)

Die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) erinnert eindrucksvoll an die Opfer politisch motivierter Justiz unter den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Das Gelände war ursprünglich eine ab 1842 eröffnete Strafanstalt, die während der NS-Zeit als Ort hoher Haftstrafen und zur Vollstreckung von Todesurteilen genutzt wurde. Nach 1945 übernahm die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände, ehe es von der DDR bis 1989 als Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit diente – zunächst als Untersuchungshaftanstalt, später auch als Strafvollzugsanstalt, zeitweise speziell für Frauen.

Die Gedenkstätte selbst wurde 1996 im ehemaligen Hinrichtungs- und späteren Vernehmergebäude der NS-Justiz eröffnet. Ihre Dauerausstellungen widmen sich den Verbrechen der nationalsozialistischen und der staatssicherheitsdienstlichen Justiz. Dabei stehen die Schicksale einzelner Menschen im Vordergrund, die aus politischen oder ideologischen Gründen verfolgt, inhaftiert oder hingerichtet wurden. Die Dokumentation umfasst umfangreiche Forschungsarbeiten, archivierte Erinnerungen sowie pädagogische Projekte, die das Gedenken an die Opfer fördern und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Mechanismen politischer Repression anregen.

Besucherinnen und Besucher erhalten an der Gedenkstätte umfassende Einblicke in die Geschichte der politischen Verfolgung in zwei unterschiedlichen, aber miteinander verknüpften Diktaturperioden. Die Ausstellung vermittelt nicht nur Fakten, sondern auch emotionale Nähe zu den historischen Ereignissen. Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Ausstellungen, Flyer und pädagogische Materialien. Die Führung durch das Gelände wird von vielen als besonders informativ und eindrucksvoll wahrgenommen, auch wenn die Fülle an Inhalten den Kopf „schon voll“ macht – ein zweiter Besuch wird daher als sinnvoll erachtet.

Die Gedenkstätte ist barrierefrei zugänglich und verfügt über Toiletten. Der Eintritt ist kostenlos. Sie befindet sich im Stadtgebiet von Halle, einer kreisfreien Großstadt im Süden von Sachsen-Anhalt. Halle gilt als Wissenschafts- und Kulturzentrum der Region und beherbergt neben der ROTER OCHSE weitere bedeutende kulturelle Einrichtungen wie das Kunstmuseum Moritzburg, das Händel-Geburtshaus oder das Landesmuseum für Vorgeschichte mit der Himmelsscheibe von Nebra.

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