Burg/Schloss

71

Nelkenweg, 22149 Hamburg

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Burg Hamburg 71

Der POI „71“ in Hamburg, genauer im Stadtteil Wandsbek, steht für einen wichtigen Bestandteil des zivilen Rettungsdienstes der Hansestadt: den Rettungshubschrauber mit dem Funkrufnamen Christoph 29. Dieser Eurocopter EC 135 wird vom Bundesministerium des Innern bereitgestellt und von Piloten der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuhlendorf geflogen. Stationiert ist er am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg und gehört damit zu den zentralen Elementen der Luftrettung in der Region.

Die Geschichte des Rettungshubschraubers in Hamburg reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Bereits damals wurde erstmals ein Hubschrauber für den zivilen Rettungsdienst in Hamburg in Dienst gestellt – initiiert unter anderem durch den damaligen Hamburger Innensenator Helmut Schmidt. Im Laufe der Jahre änderte sich der Rufname mehrfach, ehe er schließlich im Jahr 2006 mit der Übernahme durch die Bundespolizei in Christoph 29 umbenannt wurde. Vor dieser Übernahme setzte die Bundeswehr am Standort Hamburg unter anderem den Bell UH-1D ein, der aufgrund seiner olivgrünen Farbe und den orangefarbenen Schiebetüren von der Belegschaft den Spitznamen „Anneliese“ erhielt.

Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hubschraubers war der Unfall im Jahr 2002. Bei einem Einsatzflug stürzte der damalige SAR Hamburg 71 kurz nach einem Manöver in Hamburg-Langenhorn ab. Alle fünf Insassen kamen ums Leben. Die nachfolgenden Untersuchungen ergaben, dass der Pilot zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert war, was als Hauptursache des Absturzes gewertet wurde. Technische Defekte oder äußere Einflüsse konnten ausgeschlossen werden. Die anfängliche Haltung der Bundeswehr zur Vorkommensweise sorgte für erhebliche mediale Kritik.

Heute zählt Christoph 29 zu den am häufigsten eingesetzten Rettungshubschraubern Deutschlands. Mit jährlich rund 1.800 Einsätzen belegt er einen Spitzenplatz unter den Luftrettungszentren des Bundes. Besonders hervorzuheben ist, dass es sich hierbei um den einzigen bundesweiten Rettungshubschrauber handelt, der vollständig von behördlichen Institutionen besetzt wird. Seit 2009 unterstützt zudem der Förderverein Luftrettungszentrum Christoph 29 Hamburg e. V. den Erhalt und die Weiterentwicklung des Luftrettungszentrums.

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