Geschichtsort Stadthaus
Tipps
- Die Ausstellung im ehemaligen Polizeipräsidium informiert über die NS-Zeit in Hamburg mit Fokus auf Verbrechen der lokalen Nazi-Herrschaft.
- Besonders sehenswert ist der Seufzergang, ein historischer Raum, in dem Opfer der SS-Folterkammer transportiert wurden und der häufig in zeitgenössischen Dokumenten erwähnt wird.
- Der Eintritt ist kostenlos, daher lohnt sich ein Besuch für alle, die sich für die lokale Geschichte des Nationalsozialismus interessieren.
Eigenschaften
Über Geschichtsort Stadthaus
Der Geschichtsort Stadthaus in Hamburg erinnert eindrücklich an eine dunkle Zeit der Stadtgeschichte: Von 1933 bis 1943 war das Gebäude an der Stadthausbrücke eine zentrale Stelle des nationalsozialistischen Terrors. Hier residierte das Hamburger Polizeipräsidium, das maßgeblich an der Verfolgung und Entrechtung von Menschen jüdischer Herkunft, politischer Gegner, Sinti und Roma sowie weiterer von der NS-Ideologie diffamierter Gruppen beteiligt war.
Heute ermöglicht der Geschichtsort Stadthaus einen differenzierten Einblick in die Verbrechen der Hamburger Polizei während der NS-Zeit. In zwei Ausstellungsbereichen werden sowohl der historische Ort selbst als auch die biografischen Schicksale von Opfern des Regimes thematisch aufgearbeitet. Besucherinnen und Besucher können sich beispielsweise mit den Lebenswegen von verfolgten Frauen und Männern auseinandersetzen oder die verschiedenen Formen der Repression und Gewalt nachvollziehen, die von diesem Ort aus koordiniert wurden.
Eine besonders eindringliche Station der Gedenkstätte ist der sogenannte „Seufzergang“. In diesem historischen Teil des Gebäudes sind akustische Erinnerungszeugnisse zu hören – Stimmen von Menschen, die hier einst verhört, bedrängt oder gefoltert wurden. Der Name des Ganges findet sich auch in zeitgenössischen literarischen Werken, da er damals durch die nach außen sichtbaren Überfälle und Misshandlungen traurige Berühmtheit erlangte. Diese Atmosphäre trägt maßgeblich zur emotionalen Unmittelbarkeit des Ortes bei.
Seit 2022 ist der Geschichtsort Stadthaus Teil der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen. Damit wird sichergestellt, dass die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit Hamburgs kontinuierlich weitergeführt wird. Die Ausstellungsorte befinden sich in den sanierten „Stadthöfen“, einem modernen Einkaufs- und Geschäftsquartier, das den Besuch des Geschichtsortes mit alltäglichen Aktivitäten verbindet und so die Auseinandersetzung mit der Geschichte in den Alltag integriert.
Der Eintritt zum Geschichtsort Stadthaus ist frei, was den Zugang zu diesem wichtigen kulturellen und historischen Angebot erleichtert. Mit seinen informativen Exponaten, Grafiken, interaktiven Medienelementen und der starken emotionalen Authentizität des Raumes bietet der Ort sowohl für Schulklassen als auch für interessierte Einzelpersonen einen tiefen Einblick in eine zentrale Facette der NS-Geschichte Hamburgs.