Denkmal/Gedenkstätte

Henny Schwabe

Brahmsallee, 20144 Hamburg

Highlights

  • Hans Henny Jahnn schrieb 1925 die Tragödie 'Medea', inspiriert von griechischen Mythen.
  • Die Uraufführung fand 1926 in Berlin statt, 1927 folgte eine Aufführung im Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
  • Das Werk gilt als umstritten, wurde aber von Regisseuren weltweit immer wieder inszeniert.

Tipps

  • Das Schauspiel Medea von Hans Henny Jahnn basiert auf dem antiken Mythos und zeigt die tragische Rache der Medea an Jason nach dessen Verrat.
  • Das Werk entstand 1925 und spiegelt Jahnns persönliche Krise sowie Einflüsse aus der griechischen Antike wider.
  • Die Aufführung eignet sich für Besucher, die sich für intensive psychologische Dramatik und mythologische Themen interessieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Henny Schwabe Hamburg

Die Henny Schwabe ist ein bedeutendes Kulturdenkmal in Hamburg und steht exemplarisch für die reiche literarische und theatralische Tradition der Stadt. Benannt wurde sie nach Hans Henny Jahnn, einem der einflussreichsten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts, der eng mit Hamburg verbunden war. Das Denkmal erinnert nicht nur an seine künstlerischen Leistungen, sondern auch an sein Werk „Medea“, eine Tragödie, die aufgrund ihrer sprachlichen Intensität und emotionalen Radikalität bis heute sowohl Kritik als auch Anerkennung erfährt.

Das Schauspiel „Medea“ entstand in der Mitte der 1920er Jahre und zählt zu den herausragendsten literarischen Arbeiten Jahnns. Es greift die antike Sage von Medea und Jason auf, erweitert und verdichtet diese jedoch durch jahnnsche Eigenheiten. In der Handlung opfert Medea ihren Bruder, um Jason beim Erhalt des Goldenen Vlieses zu helfen, und folgt ihm schließlich nach Korinth. Als Jason sie verlässt, um die Tochter des Königs Kreon zu heiraten, vollzieht Medea einen rachsüchtigen Akt der Grausamkeit und tötet ihre eigenen Söhne. Diese extreme Darstellung von Leidenschaft, Verrat und Rache spiegelt auch Jahnns persönliche Befindlichkeit wider, die er in einer Phase tiefer emotionaler Krise niederschrieb.

Die Uraufführung des Stücks fand in Berlin statt und wurde durch die beeindruckende Darstellung der Hauptrolle durch Agnes Straub zu einem kritischen Erfolg, obwohl viele namhafte Theaterkritiker das Werk ablehnten. Die Sprache des Dramas ist geprägt von einer bilderreichen, antikisierenden Form, die sowohl archaisch als auch modern wirkt. Jahnn bedient sich dabei der klassischen Einheiten der Tragödie, verzichtet jedoch nicht auf die Darstellung extremer Emotionen und Gewaltszenen, die teilweise durch Botenberichte übermittelt werden. Diese stilistische und inhaltliche Ambivalenz macht „Medea“ zu einem umstrittenen, aber nach wie vor faszinierenden Theaterstück.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde „Medea“ an verschiedenen deutschen Theatern aufgeführt, darunter auch das Deutsches Schauspielhaus Hamburg, was die enge Verbindung zwischen Jahnn und der Hamburger Theaterwelt unterstreicht. Die Inszenierungen variierten stark, was zeigt, wie vielschichtig und interpretierbar das Werk ist. Regisseure wie Manfred Karge oder Werner Schroeter griffen es auf, um neue Perspektiven auf die Themen von Macht, Liebe und Zerstörung zu eröffnen. Auch musikalische Adaptionen, wie die von Hans-Jürgen von Bose, belegen die nachhaltige Wirkung des Textes.

Das Kulturdenkmal Henny Schwabe in Hamburg ehrt somit nicht nur eine herausragende literarische Persönlichkeit, sondern steht auch für den kulturellen Reichtum der Stadt, die als Zentrum lebendigen Theaters eine wichtige Rolle im deutschen Kulturleben spielt. Es erinnert daran, dass Kunst manchmal aus dunklen Emotionen entsteht und dass gerade umstrittene Werke wie „Medea“ die Kraft besitzen, nachwirkend Generationen von Künstlern und Publikum zu bewegen.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…