KunstforuM51
Highlights
- KunstforuM51 in Hamburg-Nord zeigt zeitgenössische Kunst mit Fokus auf Fotografie und Neue Medien unter Leitung von Esther Ruelfs (MK&G).
- Die erste Ausstellung *broken ROMANTIK* vereint zwölf Künstler:innen aus Hamburg und Berlin mit Neuinterpretationen historischer Fragmente und Alltagsobjekte.
- Kuratiert von ars Teichmann (Berlin) verbindet die Schau aktuelle Kunst mit Themen der Zeitgeschichte und einer kritischen Romantik-Relektüre.
Eigenschaften
KunstforuM51 Hamburg-Nord – Galerie-Ausflug
Das KunstforuM51 in Hamburg-Nord ist ein lebendiger Ort für zeitgenössische Kunst und eine vielseitige Plattform für lokale und internationale Künstler:innen. Als Galerie mit Fokus auf Fotografie und Neue Medien bietet es einen Raum für experimentelle Ausdrucksformen und gesellschaftskritische Positionen. Besonders hervorzuheben ist die enge Verbindung zur Sammlung Fotografie und Neue Medien des Museums für Kunst und Gewerbe (MK&G), dessen Leiterin Esther Ruelfs die Ausstellungen mitgestaltet und so einen Brückenschlag zwischen etablierten Sammlungen und innovativer Gegenwartskunst schafft.
Ein zentraler Schwerpunkt des KunstforuM51 liegt auf der Auseinandersetzung mit historischen und zeitgenössischen Fragestellungen. Die erste Ausstellung unter dem Titel broken ROMANTIK zeigt zwölf künstlerische Positionen aus Hamburg und Berlin, die sich mit der Neuinterpretation vertrauter Motive beschäftigen. Die Ausstellung reflektiert dabei die Spannung zwischen klassischer Romantik – geprägt von Phantasie und Abkehr von rationalen Mustern – und der heutigen Überflutung an scheinbar „klassischen“ Formen, die oft banal oder überladen wirken. Die Künstler:innen analysieren diese Phänomene durch die Akkumulation historischer Fragmente und lenken den Blick auf die Ursachen unserer beschleunigten Zeit.
Besonders eindrucksvoll ist die Ausstellung „ROOTS & WALTZ“ der Künstlerin Regina Anzenberger, deren Werk 2020 während eines Spaziergangs durch die Wiener Prater-Auen entstand. Obwohl die Ausstellung nicht direkt mit Hamburg verknüpft ist, zeigt sie, wie das KunstforuM51 auch internationale Impulse aufnimmt und in den lokalen Kontext einbindet. Die Präsentation verbindet Naturbezug mit urbanen Reflexionen und lädt zum Nachdenken über Identität und Bewegung ein – Themen, die auch in anderen Ausstellungen des Forums eine Rolle spielen.
Die Kuratierung der Schauen erfolgt oft in Zusammenarbeit mit renommierten Künstler:innen und Theoretiker:innen wie Lars Teichmann aus Berlin, der 2022 eine Gruppenausstellung mit Werken von zwölf Positionen präsentierte. Die Ausstellung vereinte Arbeiten von Künstler:innen wie Annette Apel, Olivia Berckemeyer oder Daniel Thurau und zeigte, wie unterschiedliche Medien – von Malerei über Fotografie bis hin zu digitalen Installationen – zeitgenössische Narrative formen. Teichmanns kuratorischer Ansatz betont dabei die Verbindung von Alltag und Geschichte, indem er Alltagsgegenstände in einem neuen Kontext neu deutet.
Das KunstforuM51 versteht sich als Ort der Begegnung zwischen Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft. Durch seine flexiblen Ausstellungsformate und die Einbindung lokaler wie internationaler Künstler:innen schafft es einen Raum für Dialog und Reflexion. Ob durch die Auseinandersetzung mit urbanen Fragestellungen, die Reaktivierung historischer Schichten oder die Experimentierfreude mit neuen Medien – das Forum zeigt, wie Kunst als Spiegel und Gestalter unserer Zeit fungiert. Ein Besuch lohnt sich für alle, die sich für aktuelle künstlerische Positionen und ihre gesellschaftlichen Implikationen interessieren.