Burg Ohsen
Highlights
- Burg Ohsen ist eine um 1200 erbaute Wasserburg in Hagenohsen, Niedersachsen.
- Die Burg diente historisch dem Schutz des Weserübergangs und war Sitz der Grafen von Everstein.
- Heute sind Teile der Anlage wie der Bergfried und der Turm Schwarzes Laster erhalten.
Tipps
- Burg Ohsen ist heute Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.
- Die Burganlage besteht aus Haupt- und Vorburg, teilweise erhalten.
- Historische Keramik und mittelalterliche Bauten sind zu erkennen.
Eigenschaften
Über Burg Ohsen
Burg Ohsen liegt in Hagenohsen, einem Ortsteil der Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. Die um die Jahrhundertwende des 12. und 13. Jahrhunderts errichtete Wasserburg diente einst dem Schutz des südlichen der beiden Hellwege über die Weser. Ursprünglich von einem Wassergraben umgeben, verlor die Anlage im Zuge der Uferregulierung des Flusses ihre Inselstellung. Heute steht die Burganlage in Privatbesitz und ist nur eingeschränkt zugänglich.
Die Burg besteht aus einer Haupt- und einer westlich vorgelagerten Vorburg. Der sogenannte „Wittekindsturm“ oder „Karlsturm“ auf der Hauptburg sowie der „Schwarzes Laster“ genannte Turm auf der Vorburg gehören zu den ältesten erhaltenen Bauteilen und stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die Vorburg war ursprünglich tiefer liegend und wurde später auf das Niveau der Hauptburg aufgeschüttet. Während der barocken Umgestaltung im 16. Jahrhundert entstand ein dreiflügeliges Haupthaus, dessen Ostflügel den Bergfried umschließt. Teile der heutigen Gebäude ruhen auf Fundamenten aus der Spätgotik oder Renaissance.
Die Geschichte der Burg ist eng verknüpft mit den Grafen von Everstein, die sie vermutlich erbauten und urkundlich erstmals um die Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt wurden. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, unter anderem an das Erzbistum Köln, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg sowie die Grafen von Spiegelberg. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte die Burg dauerhaft zu den welfischen Besitzungen und diente zeitweise als Amtssitz. Einige Teile des Anwesens wurden im Zuge der Nutzung als Domäne umgebaut, und die Wirtschaftsgebäude verlagert.
Ein dunkles Kapitel der Geschichte der Burg bildet die Inhaftierung und Hinrichtung zweier Frauen aus Tündern, die 1583 wegen Zauberei auf der Burg verbrannt wurden. Eine Inschrift am kleineren Turm erinnert an dieses Ereignis. Am Weserufer des Schwarzen Lasters ist zudem das Wappen der Grafen von Spiegelberg aus dem 15. Jahrhundert zu sehen. Die Burg war auch Schauplatz weiterer historischer Ereignisse, darunter die Erwähnung mehrerer Brücken im Mittelalter sowie die Pfandverträge und Lehenwechsel zahlreicher adeliger Familien.