Oberer Bewerbach
Highlights
- Der Oberer Bewerbach ist ein 12 km langer Bach in Hamm, NRW, und fließt durch das gleichnamige Naturschutzgebiet.
- Der Bach entspringt bei Osterflierich, durchfließt mehrere Naturschutzgebiete und mündet südöstlich von Süddinker in den Salzbach.
Tipps
- Der Oberer Bewerbach ist ein Naturschutzgebiet in Hamm mit grünlandgeprägter Aue und naturnahen Strukturen entlang des Bachlaufs.
- Das Gelände ist gut zu Fuß zu erkunden, teilweise mit unverbauten Abschnitten und Altwaldflächen sowie Kleingehölzen und Teichen.
- An mehreren Stellen quert der Bach Straßen und Wege, was zu Verrohrungen führt, den natürlichen Verlauf aber an anderen Stellen erhalten bleibt.
Eigenschaften
Über Oberer Bewerbach
Der Oberer Bewerbach ist ein landschaftlich reizvolles Naturschutzgebiet im Osten der kreisfreien Stadt Hamm im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Es liegt im nordrhein-westfälischen Tiefland, genauer im sogenannten Kamener Hügelland, und erstreckt sich entlang des gleichnamigen Bewerbachs, eines etwa zwölf Kilometer langen, löss-lehmgeprägten Tieflandbaches. Der Bach entspringt im Ortsteil Osterflierich und fließt durch das Naturschutzgebiet, bevor er schließlich in den Salzbach mündet. Das rund 95,7 Hektar große Schutzgebiet wurde rechtskräftig ausgewiesen und ist Teil eines größeren Biotopverbundes in einer überwiegend landwirtschaftlich genutzten Region.
Das Gelände des Oberen Bewerbachs ist geprägt von einer Mischung aus Auengrünland, strukturreichen Grünlandflächen, Kleingehölzen, Baumgruppen und zwei kleineren Waldflächen. Der Bach selbst ist an mehreren Stellen begradigt und zum Teil verrohrt, zeigt aber auch naturnahe Abschnitte mit unverbauten Ufern und entwickelten Röhrichtzonen. Diese Bereiche bieten Lebensräume für aquatische Organismen sowie verschiedene Pflanzenarten wie Wasserstern und Brunnenkresse. Die Uferbereiche sind oft von altem Ufergehölz gesäumt, darunter auch alte Kopfweiden, die als Lebensräume für Höhlenbrüter und Fledermäuse von Bedeutung sind.
Im Naturschutzgebiet dominieren auf der linken Seite des Bewerbachs Grünlandflächen, die durch zahlreiche strukturgebende Elemente wie Hecken, Baumreihen, Strauchgruppen und Einzelbäume geprägt sind. Diese Flächen sind eng mit angrenzenden Waldflächen verzahnt, was einen abwechslungsreichen Biotopkomplex ergibt. Die Wälder im Norden und Süden des Gebiets gehören größtenteils den Eichen-Hainbuchen-Waldgesellschaften an, wobei Buchen in einigen Bereichen die dominierende Baumart stellen. Teilweise finden sich auch Parzellen mit Birke, Esche, Pappeln und Fichten. Im Gebiet sind zudem mehrere kleine Teiche und Flachgräben vorhanden, die als Lebensräume für Amphibien dienen oder in der Vergangenheit als Tränken genutzt wurden.
Das Schutzziel des Naturschutzgebietes Oberer Bewerbach umfasst die Erhaltung und Entwicklung des naturnahen Bewerbachs mit seiner grünlandgeprägten Aue als wertvolles Vernetzungselement in der agrarisch geprägten Landschaft. Dazu gehören auch die Pflege altersheterogener Waldbestände aus bodenständigen Baumarten, der Erhalt von Altholz- und Totholzstrukturen sowie die Förderung von Lebensräumen für Amphibien. Durch gezielte Renaturierungsmaßnahmen, wie die Anlage von Uferstreifen oder die Optimierung bestehender Verrohrungen, soll die ökologische Funktion des Baches als Teil des regionalen Biotopverbundes gestärkt werden.