Denkmal/Gedenkstätte

Nienbrügge

Hafenstraße 20, 59067 Hamm

Highlights

  • Nienbrügge war eine historische Burg und Stadt nordwestlich der heutigen Innenstadt von Hamm.
  • Die Burg lag am Nordufer der Lippe, die Stadt südlich davon, verbunden durch eine Holzbrücke.
  • Archäologische Funde zeigen die Lage der Burg auf der erhöhten Borgstätte und ihre Befestigungsanlagen.

Tipps

  • Burg Nienbrügge ist ein historischer Ortsteil von Hamm, gelegen am Nordufer der Lippe, ideal für Spaziergänge in ruhiger Umgebung.
  • Die ehemalige Burgstätte liegt heute in der Flur Borgstätte, nördlich des Hafens, gut zu erreichen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte der Regionalgeschichte sowie für Naturfreunde, die die nahegelegene Landschaft genießen möchten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Nienbrügge

Die historische Burg Nienbrügge liegt im nordrhein-westfälischen Hamm, nördlich der Innenstadt am Nordufer der Lippe. Ursprünglich trug sie die Bezeichnung „Novus Pons“ und war Teil einer bedeutenden mittelalterlichen Siedlung, die durch eine Holzbrücke mit der südlich der Lippe gelegenen Stadt Nienbrügge verbunden war. Diese Brücke ermöglichte nicht nur den Zugang zur Burg, sondern diente auch als wichtige Verkehrsader zwischen Nord und Süd. In unmittelbarer Nähe verlief zudem eine der größten Steinbrücken ihrer Zeit, die ab dem frühen Mittelalter als Zollbrücke mit Stapelplatz fungierte.

Die Burg selbst erhob sich auf einer leicht erhöhten Flur, die im Volksmund als „hohe Burgstätte“ bekannt war. Ihre Wehranlagen, darunter ein markanter Bergfried, wurden aus Grünsandstein errichtet, der aus Steinbrüchen im nahe gelegenen Haarstrang stammte. Der Zugang zur Burg erfolgte über ein Tor, das von der Lippe und einem Burgwall flankiert wurde. Im Zuge archäologischer Funde im 19. und frühen 20. Jahrhundert konnten Grundrisse und Befestigungsanlagen rekonstruiert werden, die Aufschluss über die ehemalige Größe und Bedeutung der Anlage geben.

Die zugehörige Stadt Nienbrügge erstreckte sich südlich der Lippe, in etwa im Bereich des späteren Hafenamtes und der Feuerwehr-Hauptwache an der Hafenstraße. Die Stadtanlage gliederte sich um ein zentrales Quadrat mit einem angefügten Viereck, durch das die Hauptverbindungsstraße von Nord nach Süd führte. Diese Straßenführung verdeutlicht die strategische Lage Nienbrügges als Knotenpunkt im mittelalterlichen Handelsnetz. Die frühere Mündung der Ahse in die Lippe in unmittelbarer Nähe der Siedlung legt nahe, dass die Lage Nienbrügges nicht zufällig gewählt war, sondern gezielt auf die Wasserwege ausgerichtet.

Heute ist der mutmaßliche Standort der Burg durch die Flurbezeichnung „Borgstätte“ erkennbar. Historische Karten und urkundliche Erwähnungen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert bestätigen die frühere Existenz der Burgstätte und ihre Zugehörigkeit zu klevischen Lehensgütern. Die spätere Verwechslung mit anderen Gütern im Besitz der Familie Vorster verdeutlicht die Komplexität der historischen Überlieferung. Die Borgstätte grenzte im Osten an die Lippe und im Norden an weitere Weidekämpfe, was ihre landschaftliche Einbettung beschreibt.

Heute dient das Gelände um Nienbrügge als beliebtes Ausflugsziel mit kulturhistorischem Wert. Die ruhige Lage direkt an der Lippe bietet Raum für Spaziergänge, während die Reste der alten Befestigungsanlagen an die einstige Bedeutung der Stätte erinnern. Die nahegelegene Hafenumgebung und die landschaftlich reizvolle Uferzone ergänzen das Bild einer historisch geprägten Landschaft, die sowohl archäologisches Interesse als auch Erholung bietet.

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