Kollegiatstift St. Maria Magdalena, Hanau
Highlights
- Die Marienkirche in Hanau ist der heiligen Maria Magdalena geweiht und heute vorwiegend gotisch geprägt.
- Sie liegt zentral in der Hanauer Altstadt nahe dem Deutschen Goldschmiedehaus und dem Altstädter Markt.
- Die Kirche wurde 1434 zur Pfarrkirche erhoben und diente ab 1451 als Grablege des Hanauer Grafenhauses.
Tipps
- Besucher sollten die gotische Marienkirche in der Hanauer Altstadt wegen ihrer historischen Bedeutung und der beeindruckenden Oberlinger Orgel besuchen.
- Parken in der Umgebung ist sonntags schwierig, daher lohnt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Abends sollte man sich von der Kirche fernhalten, da Jugendliche und Lärm die Atmosphäre stören können.
Eigenschaften
Über Kollegiatstift St. Maria Magdalena, Hanau
Das Kollegiatstift St. Maria Magdalena in Hanau ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk mit einer langen Geschichte, das heute als evangelische Gemeindekirche dient. Ursprünglich der Heiligen Maria Magdalena geweiht, liegt die Kirche zentral in der Hanauer Altstadt und zählt zu den gotischen Kirchenbauten der Region Hessen. Ihre markante Architektur und ihre stadtprägende Rolle machen sie zu einem kulturellen und historischen Anziehungspunkt in der Innenstadt.
Die Anfänge der Kirche reichen ins Mittelalter zurück, als sie als kleine Kapelle außerhalb des damaligen Stadtgebiets bestand. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich von einer Filialkirche zur eigenständigen Pfarrkirche mit eigener Priestergemeinschaft. Graf Reinhard II. förderte den Ausbau der Kirche im 15. Jahrhundert entscheidend, ließ das Kirchenschiff vergrößern und den Chor erweitern. Auch der Kirchturm sowie eine der ersten großen Glocken Hanau entstanden unter seiner Förderung. Die Kirche wurde zudem zur Familiengruft der Grafen von Hanau.
Ein weiterer Baumeister der Kirche war Graf Philipp I. „der Jüngere“, der nach einer Pilgerreise ins Heilige Land den Chor erheblich umbauen ließ. Dieser erhielt imposante Maße und überragt noch heute das Kirchenschiff. Die Marienkirche beherbergt zudem eine bedeutende Orgel, die als französisches Bauwerk gilt und für ihre warme und weiche Intonation geschätzt wird – ein seltener Klangkörper in der Region.
Heute steht die Kirche im Zentrum des kulturellen Lebens von Hanau. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Deutschen Goldschmiedehaus, einem historischen Gebäude mit städtischer Funktion, sowie zum Altstädter Markt. Die Kirche wird regelmäßig für Gottesdienste genutzt, wobei die Gestaltung der Feiern, etwa bei Erstkommunionen, als besonders kindgerecht wahrgenommen wird. Dennoch gibt es auch Kritik, etwa hinsichtlich der Lautstärke der Glocken oder des Verkehrsandrangs an Sonntagen.