Narwalhaus
Highlights
- Das Narwalhaus in Hann. Münden zählt 98 Narwalmotive auf seiner Fassade.
- Es wurde zwischen 1650 und 1680 als reich verziertes Fachwerkhaus erbaut.
- Die Narwalmotive könnten Schutz vor Feuer und Hochwasser symbolisieren.
Tipps
- Das Narwalhaus in Hann. Münden zeigt 98 Narwalmotive auf der Fassade – einzigartig in der Region.
- Das dreigeschossige Fachwerkhaus aus der Barockzeit (1650–1680) liegt zentral in der Tanzwerderstraße.
- Narwalmotive können Symbol für Reichtum oder Berufsstand des Bauherrn gewesen sein.
Eigenschaften
Ausflug zum Narwalhaus in Hann. Münden - Kulturdenkmal entdecken
Das Narwalhaus in Hann. Münden zählt zu den bemerkenswertesten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der Stadt im Landkreis Göttingen, Niedersachsen. Dieses dreigeschossige Fachwerkhaus aus der Barockzeit wurde zwischen etwa 1650 und 1680 errichtet und zählt zu den wenigen erhaltenen Bauten dieser Epoche in der Region. Es handelt sich um einen Rähmbau mit einzeln abgezimmerten Stockwerken sowie einem Zwerchhaus, das sowohl zur Tanzwerderstraße als auch zur Straße Hinter der Stadtmauer hin ausgerichtet ist. Die Fassade des Gebäudes beeindruckt durch ihre kunstvolle Ausschmückung mit 98 Narwalmotiven, die auf den Füllhölzern des Fachwerks angebracht sind – eine außergewöhnliche und bislang einzigartige Verzierung in dieser Form und Anzahl.
Die reichhaltige Gestaltung des Hauses, ergänzt durch Muschelverzierungen auf den Balkenköpfen sowie Stabprofile, Zahnschnittleisten und Eckständer in Form plastischer Säulen, deutet auf einen wohlhabenden Bauherrn hin. Die Haustür stammt vermutlich aus dem frühen 19. Jahrhundert und entspricht dem typischen Stil mündener Architektur dieser Zeit. Die auffällige Konzentration von Narwal-Motiven wirft die Frage auf, warum gerade dieses Tier – ein Bewohner der arktischen Meere – inmitten einer mittelalterlichen Fachwerkstadt weitab des Meeres eine so zentrale Rolle spielt. Der Narwal, ein Zahnwal mit charakteristischem, spiralförmigem Stoßzahn, wurde im Mittelalter fälschlicherweise als das sagenumwobene Einhorn interpretiert. Sein Zahn galt als heilkräftig und wurde teils als Reliquie verehrt, teils in Apotheken als Wundermittel verkauft.
Die Motive am Narwalhaus und an weiteren Gebäuden in Hann. Münden spiegeln möglicherweise die damalige Sehnsucht nach Exotik und Wissen wider, die in der Spätrenaissance aufkam. Die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg war von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wandel geprägt. Die Bewohner Hann. Mündens, einer Stadt an der Mündung dreier Flüsse, lebten in ständiger Sorge vor Hochwasser und Feuer. Der Narwal, als mächtiges Meereswesen, konnte in dieser Symbolik sowohl Schutz vor Naturgewalten bieten als auch als Glücksbringer und Zeichen von Reichtum fungieren. Die Tatsache, dass Narwalmotive nur in einem begrenzten geografischen Umkreis – neben Hann. Münden auch in Hardegsen und Beverungen – vorkommen, unterstreicht die regionale Besonderheit dieses kulturellen Phänomens.
Ob als Symbol für Reichtum, spiritueller Schutz oder handwerkliche Marotte – die genaue Bedeutung der Narwalmotive bleibt bis heute nicht abschließend geklärt. Kulturhistoriker vermuten verschiedene Deutungsebenen: vom Hinweis auf den damaligen Walfanghandel bis hin zu mythischen Vorstellungen über die Kraft des Wals als Gewitter- und Wasserschutzgeist. Insgesamt gehören die 25 Häuser in Hann. Münden, die Narwale oder verwandte Motive zeigen, zu den spannendsten Zeugnissen der regionalen Fachwerkkultur. Das Narwalhaus steht dabei exemplarisch für die kreative und symbolträchtige Architektur einer Stadt, die ihre eigene, ganz besondere Geschichte erzählt – fernab des Meeres, doch verbunden mit den Mythen der fernen Gewässer.
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Häufige Fragen zu Narwalhaus
Was ist das Besondere am Narwalhaus in Hann. Münden?
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Warum zeigt das Narwalhaus so viele Narwalmotive?
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Was ist ein Narwal?
Quelle: wikipedia
Woher kommt der Name „Narwalhaus“?
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Welche Bedeutung hatten Narwale im Mittelalter?
Quelle: website