Denkmal/Gedenkstätte

Altes Rathaus Hannover

Köbelingerstraße 4, 30159 Hannover

Highlights

  • Erster steinerner Profanbau Hannovers (ab 1230) mit originalem Keller für Warenlager und Empfang von Händlern.
  • Neugotischer Flügel (15. Jh.) mit Staffelgiebeln, Turmfries und prägendem Pranger an der Köbelingerstraße als Symbol für Recht.
  • 1970er-Jahre: Umgestaltung mit Arkaden, U-Bahn-Abgang und Restaurierung des Innenhofs durch Entfernung einer Betonüberdachung.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz erlaubt eine ungehinderte Erkundung der Innenräume und des Innenhofs für alle Besucher.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Altes Rathaus Hannover – Kulturdenkmal entdecken

Das Alte Rathaus Hannover ist ein herausragendes Zeugnis hannoverscher Baugeschichte und zählt zu den bedeutendsten historischen Gebäuden der Stadt. Als erster steinerner Profanbau Hannovers entstand es bereits um das 13. Jahrhundert und diente zunächst als Lager für Handelswaren wie Wein und Textilien. Der Keller („cellarium civitatis“) war dabei nicht nur ein Speicher, sondern auch ein Ort für den Empfang von Händlern und Reisenden – ein zentraler Knotenpunkt des mittelalterlichen Handelslebens.

Besonders prägend für das Rathaus ist sein Wandel durch die Jahrhunderte. Im frühen 14. Jahrhundert wurde der Marktplatz durch den Abriss der Marktkirche und die Aufschüttung des Geländes um etwa einen Meter erhöht, was die Grundlage für die heutige markante Position des Gebäudes schuf. Im 15. Jahrhundert erhielt der Komplex seine markanten Staffelgiebel und einen umlaufenden Turmfries, während im 16. Jahrhundert der Apothekenflügel mit einer Mischung aus Gotik und Renaissance entstand – hier eröffnete 1568 Hannovers erste Apotheke.

Die Baugeschichte des Rathauses zeigt auch Phasen des Umbruchs: Im 18. Jahrhundert wurde die Fassade mit weißem Putz überzogen, um ein einheitlicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Doch im 19. Jahrhundert verlor das Gebäude an Würde, als Teile der Fassade mit Scherenschleiferbuden überbaut und historische Details entfernt wurden. Erst durch den Einsatz einer Bürgerinitiative konnte 1856 ein vollständiger Abriss verhindert werden. Stattdessen entstand der neoromanische „Dogenpalast“ anstelle des Apothekenflügels – inspiriert vom venezianischen Palazzo Ducale.

In den 1970er-Jahren erfolgte eine moderne Aufwertung: Das Erdgeschoss des Karmarschstraßenflügels wurde zu Arkaden mit Ladeneinbauten umgebaut, und der Innenhof erhielt eine neue Gestaltung. Besonders bemerkenswert ist die Restaurierung um das Jahr 2000, bei der die originale Betonüberdachung zugunsten der historischen Blendarkaden und des Terracottafrieses der „Hannoverschen Schule“ entfernt wurde. Heute führt der Zugang über die historische Laube an der Köbelingerstraße direkt in den venezianischen Festsaal („Dogenpalast“), der mit seiner prächtigen Architektur einen Kontrast zu den mittelalterlichen Ursprüngen bildet.

Jahrhunderts. Dank seiner gut erhaltenen Bausubstanz, seiner vielseitigen Nutzung und seiner zentralen Lage am Marktplatz gehört es zu den wichtigsten touristischen Zielen Hannovers – ein lebendiges Denkmal hannoverscher Kulturgeschichte.

Bewertungen

4,6 (239) 4.6 aus 239 Bewertungen (Google)

Auf Google

4,6 (239) 4.6 · 239 Bewertungen auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…