Denkmal/Gedenkstätte

Herzog Georg Calenberg

30167 Hannover

Highlights

  • Ernst August (IV.) wurde 1914 als Erbprinz des Herzogtums Braunschweig geboren und wuchs im Exil in Österreich auf.
  • Er diente im Zweiten Weltkrieg und wurde 1943 durch den Prinzenerlass aus der Wehrmacht entlassen.
  • 1953 wurde er nach dem Tod seines Vaters Familienoberhaupt der Welfen und lebte fortan auf Schloss Marienburg bei Hannover.

Tipps

  • Besucher sollten wissen, dass Herzog Georg Calenberg 1987 im Hausgut Calenberg verstorben ist und dort auch begraben liegt.
  • Das Anwesen Calenberg ist heute privat und nicht öffentlich zugänglich, eine Besichtigung ist daher nicht möglich.
  • Interessierte können sich über das Leben und Wirken des Herzogs in der nahegelegenen Stadtbibliothek Hannover informieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Herzog Georg Calenberg

Herzog Ernst August (IV.) Georg Wilhelm Christian Ludwig Franz Joseph Nikolaus Oskar Prinz von Hannover, allgemein bekannt als Herzog Georg Calenberg, war ein bedeutender Vertreter des Hauses Hannover und von seiner Geburt an Erbprinz des Herzogtums Braunschweig. Als Sohn des regierenden Herzogs Ernst August und der aus dem preußischen Königshaus stammenden Herzogin Viktoria Luise wurde er im Jahr seiner Geburt in Braunschweig getauft. Zu seinen Taufpaten zählten europäische Herrscher wie der Deutsche Kaiser Wilhelm II., der österreichische Kaiser Franz Joseph I. sowie der britische König Georg V.

Nach dem Ende der Monarchie infolge der Novemberrevolution wuchs Ernst August mit seiner Familie im Exil in Österreich auf. Seine Ausbildung absolvierte er am Internat Salem, ehe er in Göttingen Rechtswissenschaften studierte. Im Laufe seiner militärischen Laufbahn trat er der Reiter-SS bei und diente später im Zweiten Weltkrieg. Während der Kämpfe gegen die Sowjetunion wurde er schwer verwundet und schließlich durch den sogenannten Prinzenerlass aus der Wehrmacht entlassen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er kurzzeitig von der Gestapo inhaftiert.

Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1953 wurde Ernst August Familienoberhaupt der Welfen und Chef des Hauses Hannover. Unter maßgeblichem Einfluss seiner Ehefrau, Prinzessin Ortrud, wurde das Schloss Marienburg bei Hannover zu einem Museum umgebaut. 1955 beanspruchte er die britische Staatsangehörigkeit, die ihm nach rechtlicher Prüfung letztendlich zuerkannt wurde. In Großbritannien führte er fortan den Namen His Royal Highness Ernest Augustus Guelph. Bis zu seinem Tod im Jahr 1987 lebte er größtenteils zurückgezogen auf dem Hausgut Calenberg in Schulenburg.

Herzog Georg Calenberg verkörpert eine Schlüsselfigur der jüngeren Geschichte des Hauses Hannover. Sein Leben verbindet verschiedene Epochen – von der Zeit des deutschen Kaiserreichs über die Wirren des Zweiten Weltkriegs bis hin zur Nachkriegszeit. Seine Bedeutung reicht über die Rolle als Familienoberhaupt hinaus, da er maßgeblich an der Bewahrung des welfischen Erbes beteiligt war. Sein Tod markierte das Ende einer Ära, und die Nachfolge ging an seinen Sohn Ernst August über.

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