Historisches Museum Hannover
Highlights
- Das 1903 gegründete Museum zeigt Hannovers Geschichte mit dem 1357 erbauten Beginenturm als begehbarem Exponat.
- Die Dauerausstellung wird neu gestaltet, während das Museum über 20 historische Amtsladen des 17.–18. Jh. aus Handwerkszünften sammelt.
Tipps
- Der Besuch des Beginenturms bietet Einblicke in ein 1357 errichtetes Wehrbauwerk und zeigt die historische Stadtbefestigung Hannovers als begehbares Exponat.
- Rollstuhlgerechte Zugänge und ein barrierefreier Parkplatz ermöglichen einen ungehinderten Besuch des Museums für alle Gäste.
- Die Dauerausstellung wird aktuell grundlegend überarbeitet, sodass aktuelle Forschungsergebnisse und neu erschlossene Sammlungsbestände präsentiert werden.
Eigenschaften
Kultur-Ausflug: Historisches Museum Hannover entdecken
Das Historische Museum Hannover ist ein zentraler Ort der hannoverschen Kultur- und Stadtgeschichte und ein bedeutendes Museum für Lokalgeschichte. Gegründet bereits im Jahr 1903 als „Vaterländisches Museum“, befindet es sich seit 1966 an einem stadtgeschichtlich prägenden Standort am Hohen Ufer. Als Teil der „Traditionsinsel Altstadt“ verkörpert es nicht nur die Wiederbelebung des historischen Stadtkerns nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch die lebendige Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Ein besonderes Highlight des Museums ist der Beginenturm, ein erhaltenes Wehrturmstück aus dem Jahr 1357 – eines der ältesten Gebäude Hannovers. Der Turm ist begehbar und integriert sich als historisches Exponat in die Ausstellung. Das Museum selbst durchläuft derzeit eine umfassende Sanierung und Neugestaltung der Dauerausstellung, die die Sammlung neu präsentiert und für Besucher*innen zugänglicher macht. Unterstützt wird dieser Prozess durch engagierte Vereine wie die „Freunde des Historischen Museums e.“ sowie Stiftungen wie die Heinz & Nanny Geyer-Stiftung, die durch finanzielle Mittel und ideelle Beiträge die Bewahrung des kulturellen Erbes sichern.
Die Sammlung des Museums umfasst über 20 historische Amtsladen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter Stücke von Töpfern, Schuhmachern oder Kupferschmieden. Diese Exponate illustrieren nicht nur handwerkliche Traditionen, sondern auch die Bedeutung von Zunftgemeinschaften für das städtische Leben. Die Auswahl der Sammlungsstücke erfolgt dabei nach thematischem Bezug zu Hannover – etwa bei Gemälden oder industriellen Artefakten wie Dreschmaschinen, die nur bei klarer regionaler Relevanz aufgenommen werden.
Das Museum arbeitet eng mit lokalen Akteur*innen zusammen, etwa durch wissenschaftliche Volontariate wie das von Carl Philipp Nies, der nach seinem Studium der Geschichte und Germanistik die stadtgeschichtliche Sammlung kuratierte. Seine Erfahrung zeigt, wie lebendige Geschichte entsteht, wenn Sammlungen mit der Stadtgesellschaft verknüpft werden. Die aktuelle Neugestaltung wird von einem Team aus Museolog*innen aus Bildarchiv und Sammlungsmanagement begleitet, das die Objekte im Dialog mit Bürger*innen und Vereinen kontextualisiert. Trotz laufender Umzüge und Verzögerungen bei der Verarbeitung neuer Angebote – darunter auch Objekte aus der NS-Zeit – bleibt das Museum ein Ort der Begegnung mit Hannovers vielfältigem Erbe.
Mit rollstuhlgerechtem Zugang, Parkplatz und WC ist das Historische Museum Hannover barrierefrei gestaltet und lädt alle Besucher*innen ein, die Geschichte der Stadt neu zu entdecken. Ob durch die historischen Handwerksgegenstände, die Architektur des Beginenturms oder die lebendige Zusammenarbeit mit der Region – das Museum verbindet Tradition mit moderner Museumspraxis und bleibt ein zentraler Punkt für Kulturinteressierte in Hannover.