Denkmal/Gedenkstätte

Monument "Göttingen Sieben"

Platz der Gottinger Sieben, 30159 Hannover

Tipps

  • Das Denkmal ist ein symbolträchtiges Kunstwerk, das die Zivilcourage der Göttinger Sieben thematisiert und in direktem Bezug zum Landtag steht.
  • Der leere Sockel des Denkmals in Göttingen gegenüber dem Reiterstandbild in Hannover verdeutlicht den kritischen Umgang mit Geschichte und Macht.
  • Das Ensemble lädt zur Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis von Freiheit, Recht und politischem Widerstand ein.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Monument "Göttingen Sieben"

Das Denkmal „Göttingen Sieben“ in Hannover erinnert an ein bedeutendes Kapitel der niedersächsischen und deutschen Verfassungsgeschichte. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Niedersächsischen Landtag und zählt zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt. Die monumentale Skulptur wurde vom Bildhauer Floriano Bodini geschaffen und 1985 vor dem Plenarsaal des Landtagsgebäudes aufgestellt. Die Anlage symbolisiert den Mut sieben Göttinger Professoren, die sich 1837 entschieden, gegen die Aufhebung der Verfassung durch König Ernst August I. zu protestieren.

Die zentrale Darstellung des Denkmals bildet ein sechs Meter hohes, halb geöffnetes Portal, das den Bruch innerhalb der Gruppe der Professoren verdeutlicht: Drei von ihnen mussten das Land verlassen, während vier ihre Ämter behielten. Die Reiterfigur des Königs steht isoliert auf einem Sockel und verkörpert die Autorität, gegen die sich die Professoren wandten. Die Skulpturen der „Sieben“ selbst wurden nicht nach historischen Vorbildern gestaltet, sondern spiegeln Züge zeitgenössischer Personen wider, um den Bezug zur Gegenwart herzustellen. Eine studentische Figur am Rand des Denkmals verkörpert den Zeugen der Geschichte und den Träger der Ideale von Freiheit und Gerechtigkeit.

Das Denkmal gilt als Symbol für Zivilcourage und steht exemplarisch für den Widerstand gegen Willkür und Rechtsbrüche. Es thematisiert nicht nur ein historisches Ereignis, sondern verbindet dieses mit grundlegenden Werten des demokratischen Gemeinwesens. Die Inschriften am Sockel nennen die Namen der Professoren – Friedrich Dahlmann, Wilhelm Eduard Albrecht, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Georg Gervinus, Heinrich Ewald und Wilhelm Weber – sowie den Namen des Künstlers Floriano Bodini. Die monumentale Formensprache und die zentrale Lage machen das Ensemble zu einem markanten kulturellen Ort in Hannover.

Ein weiteres Denkmal mit Bezug zu diesem Ereignis befindet sich in der Stadt Göttingen. Dort errichtete die Künstlerin Christiane Möbus 2015 eine „Gegendenkmal“ direkt vor dem Bahnhof. Dieses besteht aus einem leeren Sockel, der exakt demjenigen des Ernst-August-Denkmals in Hannover nachempfunden ist, jedoch ohne Reiterstandbild. Die Inschrift „DEM LANDESVATER SEINE GÖTTINGER SIEBEN“ hebt die Bedeutung der Professoren hervor und kontrastiert mit der ursprünglichen Widmung auf dem Sockel in Hannover. Diese künstlerische Auseinandersetzung unterstreicht den anhaltenden gesellschaftlichen Wert des Protests der Göttinger Sieben.

Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,5 von 5 Sternen bei über 600 Bewertungen wird das Denkmal sowohl von Besucherinnen und Besuchern als auch von Kennerinnen und Kennern der Regionalgeschichte geschätzt. Es bietet nicht nur einen geschichtlichen Anknüpfungspunkt, sondern lädt auch dazu ein, über die Rolle von Widerstand und Verantwortung in der Demokratie nachzudenken. Die unmittelbare Nähe zum Niedersächsischen Landtag unterstreicht die politische Relevanz des Denkmals und macht es zu einem zentralen Ort der Erinnerungskultur in der Region Hannover.

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