Denkmal/Gedenkstätte

Turmruine

39365 Harbke

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Kulturell Ganzjährig

Über Turmruine

Die Turmruine in Harbke zählt zu den besonderen kulturellen Sehenswürdigkeiten des Ortes und liegt am nördlichen Ortsrand, direkt am Rand des Lappwaldes. Errichtet wurde das Bauwerk im 19. Jahrhundert auf Initiative von Graf Werner von Veltheim, der es als Ausdruck des Dankes an die Harbker Bürger für ihre Treue und Unterstützung in schweren Zeiten errichten ließ. Entworfen wurde der Turm nach Plänen seines Onkels Karl von Veltheim und von vornherein bewusst als Ruine im romantischen Stil jener Zeit. Die Bauarbeiten dauerten mehrere Jahre und fanden schließlich ihren Abschluss.

Das architektonische Besondere der Turmruine zeigt sich sowohl in der Gestaltung als auch in den Symbolen, die an der Außenfassade angebracht sind. Auf der Vorderseite befindet sich eine Grotte, über der sich ein Balkon befindet. Darüber ist das Allianzwappen der Familie von Veltheim und von Briesen zu sehen, ergänzt durch das Turmzimmer. Auf der Rückseite des Bauwerks ist das Eingangsportal angelegt, das über eine Wendeltreppe zu den oberen Räumen führt. In früher Zeit zierten Sprüche und Inschriften den Innenraum, die sowohl an die Vergänglichkeit als auch an die Verantwortung der Nachwelt erinnerten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stätte zusätzlich zu einem Gedenkort erweitert. Am Fuße des Turms errichtete die Gemeinde Harbke einen Ehrenhain mit mehreren Rondellen und insgesamt 61 Grabsteinen, um die im Krieg gefallenen Bürger des Ortes zu ehren. In der Grotte unter dem Turm wurde ein Mahnspruch angebracht, der an die Opfer des Krieges erinnerte. Im Laufe der Jahre geriet die Anlage jedoch in einen schlechten Zustand: Vandalismus, Diebstahl und mangelnde Pflege führten dazu, dass die Treppe zerstört wurde, die Grabstätten verwilderten und wichtige Elemente wie das Gitter und die Inschriften verschwanden.

Erst im Jahr 2004 wurde durch den Arbeitskreis für Tourismus und Ortsentwicklung eine umfassende Sanierung initiiert. Die Grabstätten wurden restauriert, neue Gedenktafeln für die Opfer des Zweiten Weltkriegs installiert und der Gedenkspruch in der Grotte erneuert. Ein neues verzinktes Gitter schützt seitdem den Innenraum. Heute präsentiert sich die Turmruine wieder in einem gepflegten Zustand und lädt Besucher zu einem geschichtsträchtigen Ausflug ein. Die Stille des Ortes, gepaart mit der idyllischen Lage am Waldrand, macht ihn zu einem lohnenswerten Ziel für alle, die Ruhe suchen und sich für lokale Geschichte interessieren.

Die Turmruine ist nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein kulturelles und erinnerungspolitisches Zeugnis in Harbke. Sie steht in direkter Nachbarschaft zum Schlosspark und verbindet Naturerlebnis mit kulturhistorischem Erbe. Besucher finden hier nicht nur eine sehenswerte Ruine, sondern auch einen Ort der Besinnung und des Gedenkens – eingebettet in die friedliche Landschaft des Lappwaldes im Kreis Börde.

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