Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf
Highlights
- Das Museum bewahrt das kulturelle Erbe des Zwickau–Reinsdorfer Steinkohlenreviers mit Fokus auf den Förderturm des Morgensternschachtes II.
- Ausstellungen zeigen bergmännische Werkzeuge, Grubenlampen, Uniformen und historische Aufnahmen des Steinkohlenbergbaus des 20. Jahrhunderts.
- Ehrenamtliche Mitglieder betreuen Sonderführungen und wechselnde Ausstellungen, die über den Landkreis hinaus Aufmerksamkeit erregen.
Tipps
- Auf der Rasenhängebank sind historische Gezähe und Werkzeuge ausgestellt, die einen authentischen Eindruck von der Arbeit unter Tage vermitteln.
- Die wechselnden Sonderausstellungen ergänzen das Dauerangebot und thematisieren Aspekte des sächsischen Bergbaus sowie regionale Kulturgeschichte.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Reinsdorf: Heimat- und Bergbaumuseum
Das Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf ist ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte und des industriellen Erbes des Zwickau-Reinsdorfer Steinkohlenreviers. Im Mittelpunkt steht der original erhaltene Förderturm des Morgensternschachtes II, der als zentrales Ausstellungsobjekt die Verbindung zwischen Tradition und Technik des Bergbaus verkörpert. Das Museum wurde 1999 eröffnet und wird seit seiner Gründung durch den 1997 gegründeten Heimatverein Reinsdorf e.V. in ehrenamtlicher Arbeit betreut. Die engagierten Mitglieder – darunter die Arbeitsgruppe Bergbau – sorgen nicht nur für die Pflege des Denkmals, sondern bieten auch Sonderführungen und wechselnde Ausstellungen, die das Interesse weit über die Grenzen des Landkreises hinaus wecken.
Auf einer der Etagen des Förderturms sind originale bergmännische Werkzeuge wie Gezähe ausgestellt, die einen Einblick in die Handwerkskunst vergangener Zeiten geben. Besonders sehenswert ist die Sammlung von Kästner Porzellan, das als traditionelles Grubenessen in der Region bekannt war. Daneben präsentiert das Museum historische Grubenlampen und Modelle von Bergbaudenkmälern, die die Vielfalt der industriellen Kultur des Reviers widerspiegeln. Wechselnde Sonderausstellungen thematisieren jeweils aktuelle Aspekte der regionalen Geschichte und runden das Angebot ab.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Darstellung des Zwickauer Steinkohlenbergbaus und seiner Bedeutung für die Region. Bergmännische Uniformen, Auszeichnungen verdienter Bergleute der DDR sowie historische Aufnahmen dokumentieren die Arbeitswelt und den Alltag der Schichtarbeiter. Von der Turmplattform aus bietet sich zudem ein Blick auf die Freifläche mit originaler Bohr-, Lade- und Fördertechnik, die sowohl im Steinkohlenbergbau als auch im Wismut-Betrieb eingesetzt wurde. Diese Ausstellungsfläche verdeutlicht die technische Entwicklung und die engen Verbindungen zu anderen Bergbauregionen.
Die Arbeit des Vereins wurde mehrfach gewürdigt: Die Mitglieder erhielten den Ehrenbrief des Landkreises Zwickau für ihr Engagement und nahmen 2008 am Wettbewerb „Baudenkmal“ des Landes Sachsen teil. Zudem feierte der Verein 2022 sein 25-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen, die die Kontinuität und den Stolz auf das kulturelle Erbe unterstrichen. Das Museum ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Beitrag zur Bewahrung des regionalen Gedächtnisses.