Museum

Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk

Lindenauer Str. 22, 08289 Schneeberg

Highlights

  • Das Siebenschlehner Pochwerk ist ein unter Denkmalschutz stehendes technisches Museum im sächsischen Schneeberg.
  • Es wurde genutzt zur Aufbereitung von Kobalt-, Silber- und Nickelerzen aus dem Neustädtler Bergbaurevier.
  • Das Pochwerk zerkleinerte Erze auf 3–5 mm und wurde bis 1924 betrieben.

Tipps

  • Das Museum zeigt die historische Aufbereitung von Kobalterz im Siebenschlehner Pochwerk mit Originalmaschinen und Führung durch das unterirdische Pochwerk.
  • Im Anschluss an die Besichtigung kann die nahegelegene Fundgrube Gesellschafter Zug mit dem Bergbaulehrpfad und über 50 Modellen besucht werden.
  • Für Gruppen ab 10 Personen lohnt sich eine Buchung der ermäßigten Gruppenführungen, besonders bei Interesse an technischer Bergbaugeschichte.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk

Das Technische Museum Siebenschlehener Pochwerk in Schneeberg ist eine der wenigen erhaltenen und funktionsfähigen montanhistorischen Anlagen der Region. Es zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen des Kobaltbergbaus im Schneeberg-Neustädtler Bergbaurevier und ist als Teil des UNESCO-Welterbes der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ausgewiesen. Die Anlage wurde historisch zur Aufbereitung von Kobalt-, Silber- und Nickelerzen genutzt und war ein zentraler Bestandteil der lokalen Bergbauaktivitäten vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.

Das Pochwerk wurde erstmals im frühen 18. Jahrhundert errichtet und später mehrfach modernisiert, um den technischen Anforderungen gerecht zu werden. Angetrieben wurde es über Jahrzehnte hinweg durch Wasserkraft, die über einen kunstvollen Gräbenkanal zugeführt wurde. Die Erze wurden hier zerkleinert und anschließend auf Herden gewaschen. Die Anlage verfügte über spezielle Räume zur getrennten Lagerung verschiedener Erzsorten. Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs blieb das Pochwerk in Betrieb, ehe es 1929 stillgelegt und später im Zuge der Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches erneut aktiviert wurde.

Heute dient das Gelände als technisches Museum und vermittelt anschaulich die Funktionsweise und Bedeutung des Pochwerks im Kontext des regionalen Bergbaus. Zu den Besonderheiten gehört die Möglichkeit, die Originalanlage in Betrieb zu sehen sowie geführte Touren durch die nahegelegene Abzugsrösche zu buchen – einen unterirdischen Wasserlauf, der einst zur Wasserversorgung und zum Transport von Erzen diente. Neben der technischen Ausstattung beherbergt das Museum wechselnde Sonderausstellungen, die sich mit handwerklicher Tradition und regionaler Kultur beschäftigen.

Ein Teil des Museums wird zudem vom gemeinnützigen Verein „Trubel in der Poche e.V.“ genutzt, der sich für die kulturelle Belebung des Ortes einsetzt. Das Museum ist fester Bestandteil des Bergbaulehrpfads, der über Modelllandschaften und originalgetreue Darstellungen Einblicke in die historische Bergbausiedlung bietet. Besucher erhalten hier ein anschauliches Bild der komplexen Technik und der Arbeitsbedingungen vergangener Jahrhunderte.

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