Ruhraue Hattingen Winz
Eigenschaften
Ausflug Natur Schutz NSG Ruhraue Hattingen Winz
Das Naturschutzgebiet Ruhraue Hattingen Winz liegt im Südwesten des Stadtteils Winz-Baak der Stadt Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Es erstreckt sich entlang der rechten Ruhrseite in einer Flussschlinge und umfasst eine Fläche von rund 119 Hektar. Damit zählt es zu den größeren zusammenhängenden Auenbereichen entlang der Ruhr. Das Gelände weist einen Höhenunterschied von 34 Metern auf, wobei sich im Osten ein etwa vier Hektar großer Laubmischwald befindet. Seit der Schiffbarmachung der Ruhr im 18. Jahrhundert ist das Ufer überwiegend mit Steinschütt-Buhnen befestigt, die heute überwachsen sind und Teil des Schutzgebiets darstellen.
Das Gebiet wurde in den 1990er Jahren unter Naturschutz gestellt und trägt die Objektkennung EN-010. Ursprünglich diente ein Großteil der Fläche der Trinkwassergewinnung. Nach dem Ende dieser Nutzung kam es zu illegalen Naherholungsaktivitäten, die die ökologischen Verhältnisse belasteten. Ab Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Übertragung der Flächen an das Land Nordrhein-Westfalen und anschließend eine gezielte Renaturierung. Dabei wurden unter anderem Spundwände entfernt, neue Flutmulden angelegt und Stillgewässer renaturiert, die heute Lebensraum für Amphibien und seltene Tierarten bieten.
Das NSG erstreckt sich über rund fünf Kilometer entlang des Rufer und ist geprägt durch ein vielfältiges Mosaik aus Feuchtgrünland, feuchten Auenwiesen, Buhnenstrukturen und renaturierten Gewässerbereichen. Ein rund 1,8 Kilometer langer Flutkanal durchzieht den südlichen Teil des Gebiets und ist von Gehölzen begleitet. Mehrere Hochspannungsleitungen queren das Areal, deren Masten teilweise innerhalb der Schutzgebietsfläche stehen. Die Vielfalt der Lebensräume ermöglicht es über 120 Vogelarten, hier zu rasten oder zu brüten, darunter auch mehrere gefährdete Arten. Daher liegt ein zentrales Schutzziel in der Erhaltung dieser Lebensgemeinschaften sowie in der Entwicklung einer typischen Auenlandschaft inklusive eines Auenwaldes.
Ein großer Teil des Gebiets wird heute extensiv durch eine Herde halbwilder Heckrinder beweidet, was zur Erhaltung der offenen Landschaftsstrukturen beiträgt. Diese Flächen sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, um die empfindlichen Biotope zu schützen. Gelegentlich werden Führungen angeboten, die es Interessierten ermöglichen, Teile des Naturschutzgebiets unter fachkundiger Begleitung zu erleben – allerdings nur außerhalb der Brutzeit und unregelmäßig. Von außerhalb bieten sich gute Aussichtsmöglichkeiten auf das Schutzgebiet, etwa über den Winzer Ruhrbogen, von wo aus die Flussschleife und die Auenlandschaft einen beeindruckenden Eindruck vermitteln.