Heidenloch
Highlights
- Das Heidenloch ist ein 55 Meter tiefer historischer Schacht auf dem Heidelberger Heiligenberg.
- Ursprünglich vermutlich zur Wasserversorgung des Stephansklosters angelegt.
- Erstmals 1548 erwähnt, später vielfach beschrieben und 1936 archäologisch erforscht.
Tipps
- Beim Besuch des Heidenlochs unbedingt das Licht einschalten, um die volle Tiefe von 55 Metern zu erleben.
- Der Schacht befindet sich direkt auf dem Heiligenberg, gut erreichbar auf dem Weg zur Waldschenke oder zum Stephanskloster.
- Aufgrund der Tiefe und Öffnung des Schachts Vorsicht walten lassen, besonders bei Kindern.
Eigenschaften
Über Heidenloch
Das Heidenloch ist ein historischer Schacht auf dem Heiligenberg in Heidelberg-Handschuhsheim, Baden-Württemberg. Mit einer Tiefe von etwa 58 Metern zählt es zu den bemerkenswerten Kulturdenkmälern der Region. Der Schacht hat einen Durchmesser von drei bis vier Metern und liegt nur wenige Meter westlich des Aussichtsturms. Seit der frühen Neuzeit gilt er als bemerkenswertes Bauwerk und zieht Besucher mit seiner tiefen, geheimnisvollen Struktur an.
Die ursprüngliche Funktion des Heidenlochs ist bis heute nicht abschließend geklärt. Archäologische Untersuchungen brachten mittelalterliche und neuzeitliche Funde zutage, was auf eine mögliche Nutzung im Zuge der Wasserversorgung des nahegelegenen Stephansklosters hindeutet. Andere Theorien sprechen von einer vorgeschichtlichen oder römischen Herkunft sowie sogar von einer Verwendung als Opferschacht. Der Schacht wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, unter anderem mit Mauerwerk gesichert, teilweise verfüllt und zuletzt von einem Gewölbe überdacht, das bis ins 20. Jahrhundert stark vergittert war.
Erste schriftliche Erwähnungen des Heidenlochs stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Heidelberger Geograf Sebastian Münster beschrieb es 1548 als „wunderbarlich alt heidnisch gemauerte Löcher“. Eine der ersten Abbildungen fertigte Matthäus Merian Anfang des 17. Jahrhunderts an. In der Folgezeit rankten sich Legenden um den Schacht, darunter die von einem geheimen Gang bis zum Neckar und von Schätzen, die von Wachhunden bewacht wurden. Solche Erzählungen trugen zur Faszination des Ortes bei, ohne jedoch historisch belegt zu sein.
Im Jahr 1936 erfolgte die erste wissenschaftliche Erforschung durch das Kurpfälzische Museum. Danach wurde der Schacht geöffnet und dokumentiert. 1987 wurde eine Schutzhütte errichtet, die den Schacht vor Witterungseinflüssen schützt und den Besuch sichert. Heute ist das Heidenloch ein beliebter Zwischenstopp für Besucher, die sich auf dem Weg zum Kloster oder zur Waldschenke befinden. Die Besucher bewerten den Ort mit durchschnittlich 4,6 von 5 Sternen und betonen die beeindruckende Tiefe sowie die Atmosphäre, insbesondere bei eingeschaltetem Licht.