Denkmal/Gedenkstätte

Niemegk

06749 Bitterfeld

Highlights

  • Niemegk war ein untergegangenes Kirchdorf östlich von Bitterfeld an der Leine.
  • Das Dorf wurde 1975 aufgelöst und später durch Braunkohletagebau überbaggert.

Tipps

  • Besucher finden heute an der ehemaligen Ortsstelle einen Erinnerungsort mit historischem Wert entlang der Niemegker Straße.
  • Das ehemalige Dorf liegt heute unter Wasser des Großen Goitzschesees, ein beliebtes Naherholungsgebiet.
  • Interessierte können am Strandbad Niemegker See die Geschichte des untergegangenen Ortes erfahren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Niemegk

Niemegk ist ein ehemaliges Kirchdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Der Ort lag etwa zwei Kilometer östlich von Bitterfeld und erstreckte sich entlang der historischen Straße zum ebenfalls untergegangenen Dorf Döbern. Geografisch befand sich Niemegk nordöstlich der Goitzsche-Niederung, einem Gebiet, das heute nach Beendigung des Braunkohletagebaus als Großer Goitzschesee geflutet ist. Die Siedlung verfügte über eine klare Straßenstruktur und erstreckte sich auf etwa zwei Kilometer Länge.

Die Geschichte von Niemegk reicht weit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung datiert vermutlich auf das Jahr 1089 und bezieht sich auf die Gründung eines Benediktinerklosters durch Thimo von Wettin. Bereits zu diesem Zeitpunkt bestand eine slawische Siedlung vor Ort. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Ort mehrfach den Herrscher: Bis 1815 gehörte Niemegk zum sächsischen Amt Bitterfeld. Danach kam es infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses zu Preußen und wurde dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg zugeordnet, wo es bis 1944 verblieb.

Im 20. Jahrhundert erlebte Niemegk einen dramatischen Wandel. Mit rund 2000 Einwohnern wurde der Ort 1975 aufgelöst. Zwischen 1979 und 1980 erfolgte die Überbaggerung des Gebiets zur Erweiterung des Braunkohletagebaus Goitzsche. Heute erinnern nur noch einzelne Spuren wie die „Niemegker Straße“ und das „Strandbad Niemegker See“ in Bitterfeld an die ehemalige Gemeinde. Diese Zeugnisse sind wichtige kulturelle Denkmale, die an die Geschichte der Region erinnern.

Aus Niemegk gingen bedeutende Persönlichkeiten hervor. Dazu zählen Friedrich Ferdinand Leopold von Seydewitz, ein hoher preußischer Verwaltungsbeamter, sowie Ernst von Leipziger, General der Kavallerie und späterer Gouverneur von Köln. Der Botaniker Werner Rauh, geboren 1913, und der Mediziner Frank Emmrich, geboren 1949, sind weitere bekannte Söhne des ehemaligen Dorfes. Diese Personen trugen in unterschiedlichen Bereichen zur Geschichte und Kultur Deutschlands bei.

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