Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Bonfeld

Rappenauer Str. 4, 74906 Bad Rappenau

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Bonfeld (Bad Rappenau) war Zentrum der jüdischen Gemeinde seit dem 16. Jahrhundert bis 1939.
  • 1807 lebten 92 Juden in Bonfeld – 7,6 % der Bevölkerung – mit eigenen Handwerks- und Handelsbetrieben wie Flehinger oder Hirsch.
  • Die Synagoge diente bis 1931 als Gotteshaus; sieben jüdische Kinder wurden dort noch im selben Jahr unterrichtet.

Tipps

  • Der Besuch bietet Einblicke in die wirtschaftliche Bedeutung jüdischer Familien durch Gewerbe wie Manufakturwarenhandel, Vieh- und Fruchthandel sowie Kolonialwarenläden im Ort.
  • Die Architektur und Nutzung der Synagoge dokumentiert die kulturelle und religiöse Vielfalt einer Gemeinde, die durch Schulunterricht und lokale Handelsaktivitäten geprägt war.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Synagoge Bonfeld – Kulturdenkmal in Bad Rappenau

Die ehemalige Synagoge in Bonfeld, einem Ortsteil von Bad Rappenau, ist ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Geschichte der Region. Seit dem 16. Jahrhundert bestand in dem damals den Freiherren von Gemmingen gehörenden Ort eine kleine, aber prägende jüdische Gemeinde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner, wobei im frühen 19. Jahrhundert bis zu neunzig Personen in Bonfeld lebten – ein beachtlicher Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Die jüdische Gemeinde war wirtschaftlich und kulturell aktiv. Mehrere jüdische Familien betrieben in Bonfeld Gewerbebetriebe wie Manufakturwarenhandlungen, Vieh- und Fruchthandel sowie Metzgereien. Bekannte Namen wie die Familien Flehinger, Hirsch, Ladenburger oder Schlesinger prägten das lokale Wirtschaftsleben. Auch der religiöse Unterricht fand in der Gemeinde statt: Im Schuljahr 1931/32 wurden die sieben schulpflichtigen jüdischen Kinder von einem Religionslehrer aus Talheim unterrichtet, was die organisierte Präsenz des jüdischen Lebens unterstreicht.

Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des religiösen und gesellschaftlichen Lebens der jüdischen Gemeinde. Obwohl über ihre genaue Architektur und Ausgestaltung nur wenige Details überliefert sind, spiegelt ihr Erscheinen die Integration der jüdischen Bevölkerung in das lokale Leben wider. Das Bonfelder Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs trägt sogar den Namen eines jüdischen Bürgers, was die Verbindung der Gemeinde mit dem Ort verdeutlicht.

Heute ist die ehemalige Synagoge ein historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange Geschichte der jüdischen Gemeinde erinnert. Als Teil des kulturellen Erbes von Bad Rappenau bietet sie Einblicke in die Vielfalt und den Reichtum der regionalen Vergangenheit. Die Ruine oder der erhaltene Bau steht symbolisch für das Erbe derer, die hier einst lebten, arbeiteten und sich mit dem Ort verbunden fühlten.

Die ehemalige Synagoge in Bonfeld ist somit nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Minderheit in der Region. Sie lädt dazu ein, die Spuren der Vergangenheit zu erkunden und das kulturelle Erbe der Gemeinde zu würdigen – ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der lokalen Identität.

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