Denkmal/Gedenkstätte

Lager Neckargartach

Böllinger Str. 52, 74078 Heilbronn

Highlights

  • Das KZ Neckargartach war ein SS-Arbeitslager und Außenlager von Natzweiler-Struthof.
  • Es existierte vom September 1944 bis April 1945 nördlich von Heilbronn.
  • Heute ist nichts mehr vom Lager erhalten, das Gelände gehört zu einem Gewerbegebiet.

Tipps

  • Besucher finden das ehemalige Lagergelände nördlich von Neckargartach an der östlichen Seite der Böllingstraße.
  • Der KZ-Friedhof Neckargartach mit dem ehemaligen Massengrab liegt wenige hundert Meter vom ehemaligen Lager entfernt.
  • Seit 2023 engagiert sich die Initiative Gedenkstätte KZ Heilbronn-Neckargartach für die Erinnerung an das Lager.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Denkmal Lager Neckargartach Heilbronn

Das ehemalige Konzentrationslager Neckargartach, auch bekannt als „SS-Arbeitslager Steinbock“, liegt im nördlichen Heilbronner Stadtteil Neckargartach und zählt zu den historisch bedeutsamen Gedenkstätten der Region. Es war von September bis April in Betrieb und gehörte zu den sogenannten „Neckarlagern“, die als Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof fungierten. Errichtet wurde das Lager auf der sogenannten „Ochsenweide“ östlich der Böllinger Straße, in unmittelbarer Nähe zur damaligen Siedlung von Neckargartach. Die Planung erfolgte durch den Berliner Architekten Herbert Rimpl, der auch für den Entwurf des KZ Mittelbau-Dora verantwortlich war. Der materielle Aufbau wurde von der Heilbronner Firma Paul Ensle realisiert, während die Organisation Todt die Bauarbeiten leitete.

Das Lager war rechteckig angelegt und wurde durch Zäune und vier Wachtürme abgesichert. Es umfasste ein Gelände von mehr als 150 Metern Länge und weniger als 100 Metern Breite. Ursprünglich war die Unterbringung von bis zu 800 Häftlingen in fünf bis sieben Baracken vorgesehen. Auf dem Geländeplan sind elf Baracken verzeichnet, darunter eine Wirtschaftsbaracke, eine Isolierbaracke und mehrere Unterkünfte für die Gefangenen. Die Baracken dienten unterschiedlichen Zwecken – von Vorratsräumen über Krankenreviere bis hin zu Unterkünften. Die Häftlinge lebten unter unmenschlichen Bedingungen, geprägt von Zwangsarbeit, Krankheit und Gewalt. Das Lager wurde nach Kriegsende aufgelöst, und von den Bauten ist seit der Abriss der letzten Baracke in den 1980er Jahren nichts mehr erhalten. Das ehemalige Gelände befindet sich heute innerhalb eines Gewerbegebiets.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Nähe des ehemaligen Lagers ein Massengrab entdeckt, das 1946 in einen KZ-Friedhof umgewandelt wurde. Seitdem dient dieser Ort als Mahnmal für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Das Gedenken an die Geschichte des Lagers wurde durch die Gründung der „Initiative Gedenkstätte KZ Heilbronn-Neckargartach“ im Jahr 2023 weiter verstärkt. Diese setzt sich dafür ein, die Erinnerung an die Häftlinge wachzuhalten und die historische Aufarbeitung des Ortes voranzutreiben. Die Website des Stadtarchivs Heilbronn dokumentiert zudem Einzelschicksale wie das von Hubert Könen, eines Häftlings, der kurz nach seiner Inhaftierung bereits über ein beträchtliches Guthaben im Lager verfügte und später als Funktionär im Lager auftrat.

Die Mahn- und Gedenkstätte Lager Neckargartach erinnert eindrücklich an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Opfer, die in unmittelbarer Nähe der heutigen Stadtgemeinschaft ihr Leben verloren. Sie lädt dazu ein, die Geschichte zu reflektieren und das Bewusstsein für die Werte der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie zu stärken. Als Teil der Erinnerungskultur in Baden-Württemberg nimmt der Ort eine zentrale Rolle im kulturellen und historischen Gedächtnis Heilbronns ein.

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Häufige Fragen zu Lager Neckargartach

Wann wurde das KZ Neckargartach errichtet und wie lange war es in Betrieb?
Das KZ Neckargartach wurde etwa zwischen Juli und September 1944 errichtet und war vom 1. September 1944 bis zum 1. April 1945 in Betrieb. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Was war der offizielle Name des Lagers und zu welchem Konzentrationslager gehörte es?
Das Lager hieß offiziell 'SS-Arbeitslager Steinbock' und war ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wo befand sich das ehemalige Lagergelände und was ist heute dort zu finden?
Das Lager lag an der Böllinger Straße in Neckargartach. Heute befindet sich dort ein Gewerbegebiet. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Gibt es heute noch Erinnerungsorte oder Gedenkstätten am ehemaligen Lagerstandort?
Vom eigentlichen Lager ist nichts mehr erhalten. Jedoch wurde 1946 ein Massengrab zum KZ-Friedhof umgestaltet. 2023 gründete sich eine Initiative für eine Gedenkstätte. Stand Juni 2026.

Quelle: wikipedia

Wer war Hubert Könen und welche Rolle spielte er im KZ Neckargartach?
Hubert Könen war ein Häftling mit krimineller Vorgeschichte. Er kam 1944 ins Lager, hatte bald hohe Geldbeträge und kaufte Zigaretten. Ob er als Kapo fungierte, ist nicht dokumentiert. Stand Juni 2026.

Quelle: website