Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Montabaur mit Gedenktafel

Wallstraße, 56410 Montabaur

Highlights

  • Ehemalige Synagoge in Montabaur: Dokumentiert jüdische Geschichte seit dem Mittelalter mit erster Erwähnung einer Judengasse 1477.
  • 17. Jahrhundert: Synagoge, Religionsschule, rituelles Bad und Friedhof belegen jahrhundertelange jüdische Präsenz in Montabaur.

Tipps

  • Die Gedenktafel informiert über die historische Bedeutung der Synagoge als zentraler Ort jüdischen Lebens und ihrer Zerstörung während der NS-Zeit.
  • Die Darstellung der Judengasse aus dem 15. Jahrhundert verdeutlicht die räumliche Konzentration jüdischer Siedlungen in der mittelalterlichen Stadtstruktur.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Montabaur – Kulturdenkmal

Die ehemalige Synagoge in Montabaur ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das an die jahrhundertelange jüdische Geschichte der Stadt erinnert. Montabaur, das seit 1291 Stadtrechte besitzt und zum Erzstift Trier gehörte, war bereits im Mittelalter ein Ort mit jüdischem Leben. Dokumentiert ist eine „Judengasse“ in den Jahren 1477, 1478, 1491 und 1499, was auf eine organisierte Ansiedlung jüdischer Familien hinweist. Auch im 17. Jahrhundert lebten Juden wieder in der Stadt, wie ein erhaltenes Geschäftsbuch des Händlers Jakob Hirsch aus dem Jahr 1674 belegt.

Die jüdische Gemeinde unterhielt in dieser Zeit zentrale Einrichtungen: Neben einer Synagoge oder einem Betsaal gab es eine jüdische Religionsschule mit Lehrerwohnung, ein rituelles Bad sowie einen eigenen Friedhof. Diese Strukturen zeigen die Bedeutung des jüdischen Lebens für das soziale und religiöse Leben Montabaurs. Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des Gebets und der Gemeinschaft, der über Jahrhunderte hinweg von der jüdischen Bevölkerung genutzt wurde.

Heute erinnert eine Gedenktafel an diesem Standort an die ehemalige Synagoge und die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Die Tafel dient als Mahnmal und dokumentiert die Verfolgung und Vertreibung der Juden während der NS-Zeit, die das Ende des jüdischen Lebens in Montabaur besiegelte. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Erinnerung, der die historische Präsenz der jüdischen Bevölkerung würdigt und an die Bedeutung des Erinnerns an die Opfer des Holocaust mahnt.

Die ehemalige Synagoge ist ein wichtiger Beitrag zur lokalen Geschichtskultur und zeigt, wie vielfältig und lebendig das jüdische Leben einst in Montabaur war. Sie steht im Kontext weiterer historischer Stätten in der Region, etwa des nahegelegenen Erzstifts Trier, das ebenfalls eine lange jüdische Tradition aufweisen kann. Die Gedenktafel vor Ort lädt Besucher ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Bedeutung des Erinnerns für die Gegenwart zu reflektieren.

Besucher können an diesem Ort die Spuren der jüdischen Geschichte Montabaurs nachspüren und sich mit den Themen Erinnerungskultur und interkulturelle Geschichte auseinandersetzen. Die ehemalige Synagoge ist damit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Gedenkens – ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der regionalen Vergangenheit.

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