Obere Ahr mit Mühlheimer Bach, Reetzer Bach und Mühlenbachsystem
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Obere Ahr umfasst die Bäche Mühlheimer Bach, Reetzer Bach und das Mühlenbachsystem.
- Es schützt über 666 Hektar Fläche mit seltenen Lebensräumen wie Kalktrockenrasen, Auenwälder und artenreiche Fließgewässer.
- Geschützte Tierarten im Gebiet sind u. a. der Bachneunauge, die Teichfledermaus und der Wespenbussard.
Tipps
- Bei Besuchen im NSG Obere Ahr mit Mühlheimer Bach, Reetzer Bach und Mühlenbachsystem sollten Wege und Rastplätze genutzt werden, um die empfindlichen Lebensräume zu schonen.
- Beim Beobachten von Tier- und Pflanzenarten ist unauffälliges Verhalten wichtig, um Störungen zu vermeiden.
- Für die Erhaltung der Fließgewässer und Feuchtbiotope ist auf eine ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen zu achten.
Eigenschaften
Über Obere Ahr mit Mühlheimer Bach, Reetzer Bach und Mühlenbachsystem
Das Naturschutzgebiet „Obere Ahr mit Mühlheimer Bach, Reetzer Bach und Mühlenbachsystem“ liegt im Ortsteil Aremberg im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Es zählt zu den besonders schutzbedürftigen Landschaftsbereichen und ist als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ausgewiesen. Das rund 666 Hektar große Areal umfasst ein vielfältiges Flusslandschaftssystem mit naturnahen Lebensräumen entlang der Ahr und mehrerer Bäche. Seit der rechtskräftigen Festlegung als Naturschutzgebiet wird das Gebiet gezielt zum Erhalt seiner charakteristischen Natur ausgewiesen.
Im Fokus des Naturschutzes stehen verschiedene Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse gemäß der FFH-Richtlinie. Dazu gehören unter anderem planare bis submontane Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Kalktrockenrasen mit seltenen Orchideenarten, artenreiche Mähwiesen sowie Auen- und Buchenwälder. Auch Felsbiotope mit Kalkfelsen und Felsspaltvegetation sind im Gebiet vertreten. Diese Vielfalt an Biotopen beherbergt zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten, darunter der Skabiosen-Scheckenfalter, das Bachneunauge und die Großes Mausohr genannte Fledermausart. Auch Vogelarten wie der Uhu, der Eisvogel oder der Neuntöter finden hier geeignete Lebensbedingungen.
Ein besonderes Merkmal des Gebiets ist seine Funktion als ökologischer Korridor, insbesondere für die Wildkatze, deren Lebensräume durch die Bachtäler miteinander verbunden werden. Darüber hinaus dienen zahlreiche Biotope wie Quellbereiche, Nassgrünland, Trockenrasen und verschiedene Waldtypen als Rückzugs- und Regenerationsräume für gefährdete Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalens. Neben Fledertieren, Insekten und Vögeln profitieren auch Amphibien, Reptilien und Fische vom hohen Arten- und Biotopschutz. Das Schutzgebiet ist Teil eines größeren Biotopverbundes und trägt somit zum landschaftsökologischen Zusammenhang in der Region bei.
Die landschaftliche Vielfalt des Gebiets reicht von bewaldeten Hängen und steilen Schluchten bis hin zu offenen Wiesen und Feuchtbiotopen entlang der Gewässer. Diese Strukturvielfalt macht das Naturschutzgebiet zu einer bedeutsamen Fläche sowohl im regionalen als auch landesweiten Naturschutz. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Fließgewässersysteme und der angrenzenden Auenbereiche. Durch gezielte Schutzmaßnahmen wird die natürliche Dynamik der Landschaft langfristig gesichert.