Klosterkirche
Highlights
- Die Klosterkirche Blomberg ist eine spätgotische Hallenkirche (1474 geweiht) mit markanten Quersatteldächern und Fachwerkgiebeln, heute Sitz der evangelisch-reformierten Gemeinde.
- Nach Klosterauflösung 1538 und Abriss der Martinikirche 1833 wurde der Martiniturm (15. Jh.) an die Klosterkirche angefügt und 1849 mit einem spitzen Helm versehen.
- Das Gebäude vereint spätgotische Maßwerke wie Dreischneuß und Fischblasenmuster sowie rollstuhlgerechten Zugang und Parkplatz für Besucher.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Eintritt in die Klosterkirche über einen rollstuhlgerechten Eingang.
- Ein rollstuhlgerechter Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Kirche erleichtert die Anreise für alle Gäste.
- Im Gebäude stehen behindertengerechte Toiletten zur Verfügung, die den Aufenthalt für Menschen mit eingeschränkter Mobilität komfortabel gestalten.
Eigenschaften
Klosterkirche Blomberg: Sakrale Kultur im Ausflugsziel
Die Klosterkirche in Blomberg zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen spätgotischer Kirchenbaukunst in der Region Westfalen-Lippe. Als ehemaliges Gotteshaus des Augustiner-Chorherrenklosters „Zum Heiligen Leichnam“ prägt sie bis heute das historische Zentrum der Stadt und steht neben Rathaus, Burg und Niederem Tor als eines der markantesten Wahrzeichen Blombergs. Ursprünglich im 15. Jahrhundert als Kapelle für geweihte Hostien errichtet, entwickelte sich der Bau nach der Klostergründung 1468 zu einer imposanten Hallenkirche mit zwei Seitenschiffen – ein typisches Beispiel westfälischer Sakralarchitektur.
Der ursprüngliche Plan sah eine einschiffige Basilika vor, doch nach der Klostergründung wurde der Bau erweitert und 1474 geweiht. Charakteristisch sind die beiden Quersatteldächer mit Fachwerkgiebeln sowie ein kleiner Fachwerkerker, in dem einst zwei Glocken untergebracht waren. Die Fassade schmücken spätgotische Maßwerke wie Dreipässe, Vierpässe und Fischblasenmuster, die dem Bau seinen einzigartigen Charakter verleihen. Ursprünglich besaß die Klosterkirche keinen eigenen Turm; das Geläut erfolgte über zwei kleine Glocken im Erker oberhalb des Eingangs.
Nach der Reformation 1538 wurde die Kirche zur evangelisch-reformierten Stadtkirche, während die ältere Martinikirche 1833 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Der mächtige Kirchturm mit seinem charakteristischen Helm aus dem Jahr 1846 stammt ursprünglich von der Martinikirche und überstand als eines der wenigen Bauwerke die Zerstörungen der Soester Fehde 1447. Seit 1978 läuten hier drei neue Bronzeglocken mit den Namen Glaube, Liebe und Hoffnung, die die Gläubigen zum Gottesdienst einladen. 2014 erfolgte eine umfassende Renovierung von Dach und Mauerwerk, die dem Bauwerk seine heutige Substanz sicherte.
Heute bietet die Klosterkirche nicht nur einen Ort der Andacht, sondern auch kulturelle Veranstaltungen. Im Turmgeschoss finden im Sommer Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen statt, während Besucher im Rahmen von Turmbesichtigungen das mechanische Uhrwerk der historischen Turmuhr von 1889 bewundern können. Mit rollstuhlgerechtem Zugang, Parkplatz und barrierefreiem WC ist die Kirche zudem gut für alle Besucher zugänglich. Ein Besuch lohnt sich für Geschichtsinteressierte wie für Liebhaber sakraler Architektur.