Lübbensteine
Eigenschaften
Über Lübbensteine
Die Lübbensteine sind zwei eindrucksvolle Großsteingräber aus der Jungsteinzeit und zählen zu den bedeutendsten archäologischen Denkmälern in der Region Helmstedt, Niedersachsen. Gelegen auf dem St. Annenberg westlich der Stadt, befinden sich die beiden Megalithanlagen direkt an der Bundesstraße 1 in Richtung Königslutter. Sie gehören zu den südlichsten Großsteingräbern Norddeutschlands und zeugen von der beeindruckenden Kulturgeschichte der Jungsteinzeit. Beide Anlagen sind als Ganggräber konzipiert, bestehend aus einer Kammer und einem seitlich angeordneten Zugangsgang – eine architektonische Form, die vor allem in Dänemark, Deutschland und Skandinavien verbreitet war.
Die Entstehung der Lübbensteine wird auf etwa 3500 v. Chr. datiert. Besonders bemerkenswert ist ihr Baustoff: Sie wurden aus lokalem Braunkohle-Quarzit errichtet, der in der Region vorkam. Die nördliche Anlage ist besser erhalten und konnte weitgehend rekonstruiert werden, da noch ein Großteil der ursprünglichen Steine vorhanden war. Das südliche Grab zeigt deutlich weniger erhaltene Strukturen, doch Archäologen konnten annähernd die ursprünglichen Abmessungen rekonstruieren. Beide Gräber lagen einst in einer rechteckigen Einfassung und ragten damit sichtbar in die Landschaft – ein eindrucksvolles Zeugnis einer weitverbreiteten megalithischen Kultur.
Die Lübbensteine genießen seit jeher großes wissenschaftliches Interesse. Bereits im 17. Jahrhundert erwähnte Hermann Conring die Anlagen. Die frühe wissenschaftliche Auseinandersetzung und der Schutz durch Gelehrte der ehemaligen Helmstedter Universität verhinderten, dass die Steine wie viele andere Megalithgräber als Baumaterial verwendet wurden. Die erste archäologische Ausgrabung fand um 1700 statt, weitere Untersuchungen folgten im 20. Jahrhundert. Obwohl in den Kammern keine Knochenfunde gemacht werden konnten – vermutlich auf frühere Grabungen zurückzuführen –, bleibt ihre Bedeutung als Kulturdenkmal unbestritten. 2001 erfolgte eine umfassende Sanierung der Anlage.
Heute sind die Lübbensteine ein fester Bestandteil des Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen und tragen den Namen einer der markanten Landmarken des Geoparks. Sie sind die einzigen Großsteingräber, die noch an ihrem ursprünglichen Standort in der Helmstedter Region erhalten sind. Ein möglicherweise zugehöriger siedlungsgeschichtlicher Fundplatz in unmittelbarer Nähe unterstreicht die regionale Bedeutung der Anlage. Der Besuch der Lübbensteine bietet nicht nur einen Einblick in die Vergangenheit, sondern ist auch ein Erlebnis für alle, die sich für die Frühgeschichte und die Kultur der Jungsteinzeit interessieren.