Stadtpark

Schlosspark & Lustwald

Damm Schloss Harbke, 39365 Harbke

Highlights

  • Der Harbker Schlosspark entstand ab 1740 nach holländischem Vorbild und zeigt barocke Gartenkunst mit symmetrischen Anlagen.
  • Heute beherbergt die neugotische Orangerie ein Café und dient als Veranstaltungsort sowie Standesamt.
  • Der angrenzende Lustwald wurde historisch für forstliche Zwecke genutzt und enthält verschiedene Waldquartiere mit fremdländischen Gehölzen.

Tipps

  • Der Park ist ganzjährig frei zugänglich und eignet sich ideal für spazierengehende Naturliebhaber.
  • Verschiedene seltene Baumarten und historische Gestaltungselemente laden zur Entdeckung ein.
  • In der Nähe befindet sich der Ruheforst sowie eine Turmruine, die den Besuch abwechslungsreicher gestalten.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Schlosspark & Lustwald

Der Schlosspark & Lustwald in Harbke zählt zu den bedeutenden Kultur- und Naturdenkmälern des Landes Sachsen-Anhalt. Ursprünglich ab 1740 als barocker Schlossgarten angelegt, spiegelt der rund sechs Hektar große Park den Wandel der Gartenkunst vom formellen Barock zum naturnahen Landschaftsstil des 19. Jahrhunderts wider. Die Anlage entstand unter maßgeblichem Einfluss von Friedrich August von Veltheim, einem naturkundig interessierten Adligen, der holländische Gartenkunst nach Harbke brachte. Die ursprünglich schachbrettartig strukturierten Beete, Alleen und Hecken prägten das Erscheinungsbild des sogenannten „Lustgartens“.

Besonderes Merkmal des Parks ist die sogenannte „chinesische Mauer“, eine Nischenwand, die gezielt zur Kultivierung von Obstgehölzen genutzt wurde. Auf ihr thront die erhaltene Sandsteinfigur der Pomona, römischen Göttin der Früchte und Gärten. Im Zuge der Zeit wurden formale Elemente wie das Boskett und das Lusthaus abgetragen, und der Park erhielt ein naturnahes Erscheinungsbild. Höhepunkt der Umbauten war der Bau der neugotischen Orangerie um 1830/31, die heute als Café und Veranstaltungsort dient sowie als Standesamt genutzt wird.

Der angrenzende Lustwald wurde zeitgleich mit dem Schlosspark entwickelt und diente forstlichen Zwecken. Hier wurden seltene Baumarten in Quartieren nach ihren Herkunftsorten wie Libanon oder Cotopaxi gepflanzt. Einige dieser Pflanzungen sind heute noch erhalten und laden zur Entdeckung ein. Die botanischen Versuche fanden bereits im 18. Jahrhundert Beachtung, sodass Harbke als Zentrum für den Austausch und die Kultivierung exotischer Gehölze international bekannt wurde. Die damalige Arbeit wurde unter anderem durch Joh. Philipp du Roi wissenschaftlich begleitet, dessen Werk als erste dendrologische Abhandlung in Deutschland gilt.

Der Schlosspark & Lustwald ist heute ein Ort der Ruhe und Erholung. Die Vielfalt an Baumarten, die kunstvolle Gestaltung des Geländes sowie die historische Atmosphäre machen ihn zu einem lohnenswerten Ausflugsziel. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein, während Spaziergänge durch den Park und den Wald den Besucher in unterschiedliche Epochen der Gartenkunst entführen. Der nahegelegene Ruheforst und die Turmruine ergänzen das Angebot im Umfeld und bieten zusätzliche Erkundungsmöglichkeiten für Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte.

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