Denkmal/Gedenkstätte

Felsenmeer-Museum Hemer

Hönnetalstraße 21, 58675 Hemer-Sundwig

Highlights

  • Das Felsenmeer-Museum Hemer zeigt historische Funde wie ein romanischen Taufstein und ein mittelalterliches Kreuzfragment aus Vituskirche-Schutt.
  • Die Jugendstilvilla Grah (1902) beherbergt die Ausstellung mit originalen Details wie Fliesen, Messingbeschlägen und Stuckarbeiten im Erdgeschoss.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang erfolgt über einen neu errichteten Aufzug, der den Zugang zu allen Etagen der Villa Grah ermöglicht.
  • Die Dauerausstellung zeigt historische Exponate wie das romanische Kreuzfragment aus dem 13. Jahrhundert, das im Turmschutt der Vituskirche gefunden wurde.
  • Ein Modell veranschaulicht den Prozess der Drahtherstellung aus Eisenerz und dessen Verbindung zu einem wasserbetriebenen Mechanismus in der Technikausstellung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Felsenmeer-Museum Hemer: Kulturdenkmal in Sundwig entdecken

Das Felsenmeer-Museum Hemer in Hemer-Sundwig vereint faszinierende Einblicke in die regionale Geschichte, Kunst und Industriekultur. Gehoused in der prächtigen Jugendstilvilla Grah, die 1902 als Wohnsitz der gleichnamigen Familie errichtet wurde, besticht das Gebäude durch seine architektonische Vielfalt. Der Bau vereint Elemente des Jugendstils mit heimatschützerischen Motiven – erkennbar an Fliesen im Eingangsbereich, verzierten Messingbeschlägen und aufwendigen Stuckdecken. Die Villa selbst ist ein Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts und spiegelt den Wohlstand der Familie Grah wider, die als Transportunternehmer und Manufakturbesitzer in der Region bedeutenden Einfluss besaß.

Das Museum präsentiert eine vielschichtige Dauerausstellung, die von der frühen Pfarrgeschichte Hemers bis hin zu industriellen Innovationen reicht. Ein besonderes Highlight ist der romanische Taufstein, der aus der Zeit der Vituskirche stammt und heute noch original erhalten ist. Zudem wird ein Kreuzfragment aus dem 13. Jahrhundert gezeigt, das bei archäologischen Grabungen im Turmmauerwerk der Vituskirche gefunden wurde. Die Ausstellung beleuchtet auch die Einführung der Reformation in Hemer, wobei historische Persönlichkeiten wie Pater Conradus und Vincentius Anthonii eine zentrale Rolle spielten. Durch Sonderführungen – oft mit historischen Gewändern – und interaktive Modelle, etwa zur Eisenverarbeitung, wird die Vergangenheit lebendig.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der lokalen Kunstszene: Die Werke der Hemeraner Künstlerin Agnes Mühlenhoff, deren Schaffen über drei Jahrzehnte dokumentiert wird, sind in einer Sonderausstellung zu sehen. Zudem gibt es eine Cafeteria, in der Besucher frische Waffeln und Kaffee genießen können. Trotz der historischen Bedeutung der Villa ist der Zugang derzeit noch nicht vollständig barrierefrei – das Erdgeschoss ist über eine Treppe erreichbar, doch ein barrierefreies WC und ein geplanter Aufzug verbessern die Erreichbarkeit schrittweise. Aktuell laufen Sanierungsarbeiten, darunter ein neues Dach und restaurierte Balkone, die die Villa wieder in ihren ursprünglichen Glanz zurückversetzen sollen.

Das Felsenmeer-Museum verbindet somit regionale Geschichte mit kultureller Vielfalt und lädt Besucher ein, die Entwicklung Hemers von der mittelalterlichen Pfarrgemeinde über die industrielle Blütezeit bis hin zur modernen Kunst zu erkunden. Besonders die Verbindung von sakraler Geschichte, handwerklichem Erbe und künstlerischem Schaffen macht den Besuch zu einem einzigartigen Erlebnis – eingebettet in das malerische Umfeld des Märkischen Kreises.

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