Denkmal/Gedenkstätte

Burg Alt-Dernbach

35745 Herborn

Highlights

  • Burg Alt-Dernbach ist eine abgegangene Wasserburg südwestlich von Seelbach, heute Stadtteil von Herborn.
  • Erstmals erwähnt 1263, diente sie nie als Dauersitz, sondern war Sitz der Herren von Dernbach.
  • Nach Zerstörung durch Nassau 1306 wurde sie nicht wieder aufgebaut und verlor an Bedeutung.

Tipps

  • Die Burg Alt-Dernbach liegt etwa 800 Meter südwestlich der Ortsmitte von Seelbach, heute einem Stadtteil von Herborn, direkt am Dernbach-Zufluss zur Aar.
  • Der Burgstall ist über die alte Querverbindung Hohe Straße – Rennweg erreichbar und bietet einen Blick auf die historische Furtstelle.
  • Parken ist in der Nähe des Burgstalls möglich, der Weg dorthin führt über leichtem Gelände.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burg Alt-Dernbach

Die Burg Alt-Dernbach liegt im hessischen Herborn, einem Stadtteil des Lahn-Dill-Kreises, etwa 800 Meter südwestlich der Ortsmitte von Seelbach. Die mittelalterliche Wasserburg, deren erster urkundlicher Nachweis auf das Jahr 1263 zurückgeht, befand sich strategisch günstig am Zufluss des Dernbachs in die Aar, nahe einer wichtigen Querverbindung zwischen Hoher Straße und Rennweg. Ursprünglich als „Theyrinbach“ bezeichnet, war die Anlage eine kleine Motte mit Turm, Erdwall und Wassergraben und diente als Stammsitz der Herren von Dernbach.

Die Geschichte der Burg ist eng verknüpft mit den Machtkämpfen im mittelalterlichen Hochstift Wetzlar und der Auseinandersetzung der Dernbacher Ganerben mit den Grafen von Nassau. Im Verlauf der sogenannten Dernbacher Fehde wurde die Burg erstmals 1306 durch die Nassauer zerstört. Daraufhin verkauften die Herren von Dernbach die Burg 1309 an den hessischen Landgrafen Otto I., in der Hoffnung auf Unterstützung gegen ihre Gegner. Otto versprach den Wiederaufbau und die Gründung einer Stadt, doch auch der Neubau wurde nie vollendet und fiel 1326/27 erneut den Zerstörungen durch die Nassauer zum Opfer. Danach blieb die Anlage unbewohnt und verfiel endgültig.

Archäologische Vermessungen aus dem Jahr 1780 dokumentierten noch einen ovalen Grundriss der Anlage mit etwa 83 Metern Länge und 60 Metern Breite. Bei Ausgrabungen in den 1950er Jahren waren vom ursprünglichen Hügel noch Abmessungen von etwa 22 mal 16 Metern sowie ein kleines Turmfundament von drei mal drei Metern erhalten. Heute ist von der ehemaligen Burganlage lediglich der Burghügel mit Erdwallresten sichtbar, der als Zeugnis der mittelalterlichen Verteidigungsarchitektur von regionaler Bedeutung ist. Die Burg Alt-Dernbach steht somit als archäologisch und historisch bedeutsames Denkmal für die frühmittelalterliche Besiedlung und die adligen Machtstrukturen im Raum Herborn.

Im Gegensatz zur heute erhaltenen Burg Neu-Dernbach westlich von Gladenbach, zog sich die Familie von Dernbach nach dem endgültigen Verlust ihrer Rechte in der Herborner Mark um 1333 aus der Region zurück. Die Burg Alt-Dernbach verlor damit ihre politische wie strategische Funktion und wurde zu einem archäologischen Fundort, der heute als historischer Bezugspunkt im Kulturlandschaftsbild des Lahn-Dill-Kreises wahrgenommen wird.

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