Denkmal/Gedenkstätte

Burgplatz der Niederen Allzunah

99762 Herrmannsacker

Highlights

  • Die Burg Niedere Allzunah liegt 415 Meter über NHN auf einem Bergrücken südlich von Burg Schadewald.
  • Der länglich ovale Burgplatz ist 25 mal 50 Meter groß und von einem tiefen Ringgraben umgeben.
  • Sie zählt zu den Allzunah-Burgwällen und diente möglicherweise als Vorposten oder Schanze.

Tipps

  • Der Burgplatz ist steil und rutschig, besonders bei feuchtem Wetter Vorsicht walten lassen.
  • Trekkingstöcke können bei der Geländebewältigung helfen, sind aber nicht immer ausreichend.
  • Die Burganlage liegt abseits und ist zu Fuß nur mit guter Trittsicherheit erreichbar.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Burgplatz der Niederen Allzunah in Herrmannsacker

Der Burgplatz der Niederen Allzunah liegt im thüringischen Herrmannsacker im Landkreis Nordhausen und zählt zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Diese abgegangene Höhenburg thront in einer Höhe von 415 Metern über NHN auf dem abfallenden Bergrücken der Burg Schadewald, etwa 1,3 Kilometer nördlich des Ortes und nur 200 Meter südlich der Burg Hohe Allzunah. Die enge räumliche Verknüpfung mit der benachbarten Burg Hohe Allzunah sowie die gemeinsame Zugehörigkeit zu den sogenannten Allzunah-Burgen unterstreichen ihre historische und architektonische Bedeutung im südlichen Harzvorland.

Der Geländeplatz der Niederen Allzunah ist länglich oval geformt, mit einer Spitze in südlicher Richtung. Er wird auf drei Seiten von einem tiefen Ringgraben und einem zugehörigen Vorwall umgeben, während die steile Ostflanke den natürlichen Schutz bildete und somit eine Befestigung in dieser Richtung überflüssig machte. Die Gesamtfläche erstreckt sich auf etwa 25 mal 50 Meter. Der Untergrund besteht aus Glimmermelaphyr des Unteren Rotliegenden, was für die Region typisch ist und die bautechnischen Gegebenheiten der damaligen Anlage widerspiegelt.

Obwohl keine konkreten historischen Daten über die Besiedlung oder den konkreten Nutzungszeitraum der Niederen Allzunah vorliegen, wird angenommen, dass sie als militärische Schanze fungierte. Möglicherweise diente sie als Vorposten zur Burg Schadewald im strategischen Verhältnis zur Ebersburg oder umgekehrt. Ihre Funktion scheint eng mit der Verteidigungsstruktur der Allzunah-Burgwälle verknüpft gewesen zu sein, die das südharznahe Territorium einst sicherten. Ihre exponierte Lage unterstreicht diese militärische Bedeutung und macht sie zu einem wichtigen Zeugnis mittelalterlicher Befestigungsanlagen in der Region.

Der Zugang zum Burgplatz ist anspruchsvoll. Wanderer berichten von steilen, rutschigen Wegen, die teilweise mit Holz bewachsen sind und nur mit Vorsicht und geeigneter Ausrüstung – wie etwa Trekkingstöcken – bewältigt werden sollten. Die schlechte Erreichbarkeit mag einerseits den ursprünglichen Schutzzweck der Anlage widerspiegeln, erschwert aber heute den Zugang für Besucher. Dennoch lohnt sich der Weg für Geschichtsinteressierte und Burgenforscher, die die eindrucksvolle Aussicht und die ruhige Atmosphäre des historischen Ortes genießen möchten.

Die Burg Niedere Allzunah ist in wissenschaftlichen Werken wie dem Buch „Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“ von Dr. Ing. Friedrich Stolberg dokumentiert und gehört damit zum kulturellen Erbe der Allzunah-Burgenlandschaft. Sie steht exemplarisch für die vielen kleinen, aber bedeutungsvollen Burgenwälle im südlichen Harzvorland und lädt dazu ein, die Vergangenheit hautnah zu erfahren – fernab vom Trubel größerer Sehenswürdigkeiten, mitten in der thüringischen Natur.

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