Kirche/Kloster

Königlich sächsischer Meilenstein

Zinzendorfpl. 1, 02747 Herrnhut

Highlights

  • Der königlich-sächsische Meilenstein in Herrnhut markiert historische Straßenvermessung aus den Jahren 1859–1866.
  • Die Steine wurden aus Cottaer Sandstein gefertigt und tragen originalgetreue Eisenkronen.
  • In Herrnhut sind mehrere erhaltene Meilensteine als technische Denkmäler unter Denkmalschutz.

Tipps

  • Der frisch renovierte Kirchensaal lädt zur Besinnung ein und vermittelt einen besonderen Ort der Ruhe – unabhängig vom Glauben.
  • In den angrenzenden Räumen ist die Ausstellung zur Geschichte der Brüdergemeine sowie die Silberne Schale zu sehen.
  • Der barocke Saal ist ein kulturhistorisch bedeutsamer Ort und Teil der Bewerbung für den UNESCO-Welterbe-Status.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Königlich sächsischer Meilenstein

Der Königlich sächsische Meilenstein in Herrnhut ist ein historischer Vermessungsstein aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er zählt zu den rund 3.000 Meilensteinen, die zwischen 1859 und 1866 im Königreich Sachsen aufgestellt wurden, nachdem die sächsische Meile auf 7,5 Kilometer umgestellt worden war. Diese Steine dienten der exakten Entfernungsangabe entlang wichtiger Straßen und Wege und ersetzten damit die älteren kursächsischen Postmeilensäulen. Typisch für die königlich-sächsischen Meilensteine sind ihre aus Cottaer Sandstein gefertigten Körper und die Eisengusskronen, die ursprünglich sandsteinfarben gestrichen waren.

Die Meilensteine unterschieden sich je nach Funktion: Es gab Stationssteine, Ganz- und Halbmeilensteine sowie Abzweig- und Grenzsteine. In Herrnhut markiert der Stein einen wichtigen Bezugspunkt der damaligen Straßenvermessung. Obwohl die Umstellung auf das metrische System im Deutschen Reich ab 1875 die ursprüngliche Funktion der Meilensteine weitgehend überflüssig machte, blieben viele Exemplare erhalten. In Sachsen stehen sie heute unter Denkmalschutz, sowohl als originale Steine als auch in Form originalgetreuer Nachbildungen. Der Meilenstein in Herrnhut ist Teil dieses kulturhistorischen Gesamtkonzeptes und zeugt von der sächsischen Vermessungstradition des 19. Jahrhunderts.

Heute befindet sich der Meilenstein im Kontext des barocken Herrnhuter Kirchensaals, der als Zentrum der evangelischen Brüdergemeine gilt. Der Kirchensaal, welcher nach einem verheerenden Brand in der Nachkriegszeit in den 1950er Jahren wieder aufgebaut wurde, ist nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch kulturelles und historisches Symbol der Stadt. In unmittelbarer Nähe des Meilensteins laden die Räume des Kirchengebäudes mit ihrer besonderen Atmosphäre zum Verweilen und zur Besinnung ein. Die frische Sanierung des Innenraums sowie der angrenzenden Gemeinderäume trägt dazu bei, dass der Ort sowohl für Gläubige als auch für Besucher eine stimmige und inspirierende Umgebung bietet.

Im Obergeschoss des Kirchengebäudes finden sich zudem Ausstellungsbereiche, in denen unter anderem die Silberne Schale gezeigt wird, aus der täglich die Losungen gezogen werden – ein Brauch, der weltweite Beachtung findet. Der Kirchensaal spielt eine zentrale Rolle im kulturellen Leben der Gemeinschaft und ist auch im Rahmen der Bemühungen um die Aufnahme von Herrnhut als UNESCO-Welterbestätte von großer Bedeutung. Die Bewerbung erfolgt gemeinsam mit anderen historischen Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine in Bethlehem (USA) und Gracehill (Nordirland).

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