Rothaarkamm am Grenzweg
Highlights
- Das NSG Rothaarkamm am Grenzweg schützt 108,54 Hektar Wald und Feuchtgebiete im Kreis Siegen-Wittgenstein.
- Schutzziel ist die Erhaltung seltener Lebensräume wie bodensaure Buchenwälder und Mittelgebirgsbäche mit FFH-Bedeutung.
- Das Gebiet ist Teil eines größeren Waldkomplexes am Rothaarkamm und beherbergt unter anderem den Rauhfußkauz und Schwarzstorch.
Tipps
- Wanderwege entlang des Rothaarkamms bieten familienfreundliche Routen mit Naturerlebnis und abwechslungsreicher Waldlandschaft.
- Auf dem Grenzweg liegen mehrere Skulpturen und informative Schilder, die Entdeckungen im Freien bereichern.
- Das Naturschutzgebiet ist gut geeignet für ruhige Spaziergänge und bietet durch naturnahe Buchenwälder und Fließgewässer viel Abwechslung.
Eigenschaften
Über Rothaarkamm am Grenzweg
Der Rothaarkamm am Grenzweg in Bad Berleburg Aue ist ein Naturschutzgebiet im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Es erstreckt sich entlang des zentralen Rothaarkamms und bildet zusammen mit angrenzenden Waldflächen in benachbarten Kommunen einen größeren zusammenhängenden Naturraum. Das Gebiet wurde rechtswirksam zum Naturschutzgebiet erklärt und zählt heute zu den besonders schutzwürdigen Landschaftsräumen der Region. Es dient unter anderem dem Erhalt seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie naturnaher Buchenwälder und feuchter Hochstaudenfluren.
Im Zentrum des Naturschutzgebietes steht ein großflächiger, altholzreicher Buchenbestand, der sich entlang des Bergrückens zwischen Burgkopf, Rehhecke und Darre zieht. Teile des Waldes weisen eine hohe Strukturvielfalt auf, mit alten Bäumen, teilweise überzogen von Bartflechten, sowie natürlichen Verjüngungen unterschiedlicher Altersstufen. In einigen Bereichen sind Fichten-, Eichen- und Ahornanteile in den Beständen zu finden. Im Südosten des Gebiets liegt eine quellnahe, brach gefallene Waldwiese mit einem kleinen Teich, der zeitweilig Niederschlagswasser aufnimmt. Hier entspringen auch naturnahe Quellfluren des Freberbaches.
Das NSG beherbergt Lebensräume, die sowohl im Rahmen der FFH-Richtlinie als auch der Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem bodensaure Buchenwälder, typische Mittelgebirgsbäche mit Unterwasservegetation sowie feuchte Waldsäume. Zu den im Gebiet vorkommenden Arten zählen unter anderem der Rauhfußkauz, der Rotmilan, der Schwarzspecht und der Schwarzstorch. Die Erhaltung dieser Biotope trägt zur landschaftlichen Vielfalt und zur Artenvielfalt des Mittelgebirgsraums bei. Aufgrund seiner Ausdehnung, seines ungestörten Charakters und seines guten Erhaltungszustands ist das Gebiet ein wichtiges Biotopgeflecht im Rothaar.
Der Rothaarkamm am Grenzweg ist landschaftlich reizvoll und bietet Wanderern eine abwechslungsreiche Strecke durch Wälder, entlang von Bächen und an historischen Grenzverläufen. Auf dem Weg lassen sich verschiedene Skulpturen und Infotafeln entdecken, die Einblicke in die Natur und Geschichte des Raums geben. Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll und eignet sich für verschiedene Altersgruppen. Die dichte Waldstruktur und die geringe Eingriffsbelastung vermitteln ein unberührtes Walderlebnis fernab vom Alltagsstress. Die ruhige Atmosphäre und die natürliche Schönheit des Geländes laden dazu ein, die Natur bewusst wahrzunehmen und zu genießen.
Das Naturschutzgebiet ist Teil eines größeren Waldkomplexes, der sich bis in das angrenzende Hochsauerlandkreis in Richtung Schmallenberg erstreckt. Diese landschaftliche Kontinuität unterstreicht die Bedeutung des Rothaarkamms für den Arten- und Naturschutz im gesamten Mittelgebirgsbereich Nordrhein-Westfalens. Die Schutzmaßnahmen im Gebiet tragen dazu bei, die biologische Vielfalt langfristig zu sichern und gleichzeitig Raum für naturbegeisterte Besucher zu bieten, die sich auf ruhigen Pfaden durch die Natur bewegen möchten.