Dominikanerkloster St. Paul, Aachen
Highlights
- Das Dominikanerkloster St. Paul in Aachen wurde 1240 gegründet und ist eine der ältesten Klosteranlagen der Stadt.
- Heute beherbergt es ein soziokulturelles Zentrum und ist seit 2019 wieder räumungsbedroht.
- Die Besetzung dient dem Schutz des Ortes als Freiraum für Kunst, Kultur und gemeinschaftliches Leben.
Tipps
- Besucher sollten sich über aktuelle Veranstaltungen im Kloster informieren, da sich das Programm häufig ändert.
- Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch willkommen, um die Selbstversorgung des Hauses zu unterstützen.
- Kleidung und Küchenutensilien können bei Bedarf mitgebracht werden, um die Gemeinschaft zu unterstützen.
Eigenschaften
Über Dominikanerkloster St. Paul, Aachen
Das Dominikanerkloster St. Paul in Aachen ist ein geschichtsträchtiger Ort im Stadtzentrum, der heute als kulturelles und soziales Zentrum genutzt wird. Ursprünglich als Kloster der Dominikanerinnen errichtet, befindet sich das Gebäude in der Lousbergstraße und hat eine langjährige sakrale sowie stadtgeschichtliche Bedeutung. Heute steht es im Fokus gesellschaftlicher und kultureller Auseinandersetzungen, da es durch eine Hausbesetzung aktiv vor der Veräußerung und Leerstand bewahrt wird.
Das Kloster beherbergt mittlerweile ein vielfältiges Angebot an kulturellen und sozialen Projekten. Neben Wohnraum für verschiedene Personengruppen entstanden Räume für Kunst, Kultur und Begegnung. Es finden regelmäßig Veranstaltungen, Workshops und Konzerte statt, die von unterschiedlichen Initiativen organisiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf partizipativer Selbstorganisation, inklusiven Strukturen und dem gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen und kultureller Teilhabe. Aktuelle Ausstellungen und kulturelle Programme tragen zur lebendigen Nutzung des Ortes bei.
Die Besetzung des Klosters wird von einem breiten Bündnis aus Aachener Akteuren getragen, die sich für kostengünstigen Wohnraum, nicht-kommerzielle Nutzungsmöglichkeiten und solidarische Lebensweisen einsetzen. Öffentliche Forderungen nach alternativen Nutzungen stehen im Kontrast zu kommerziellen Interessen, die eine Veräußerung des Gebäudes an private Bieter nahelegen. Die Besetzer*innen sehen das Kloster als notwendigen Freiraum, der über marktwirtschaftliche Logiken hinaus eine soziale und kulturelle Funktion erfüllt.
Das Dominikanerkloster St. Paul steht somit exemplarisch für die Auseinandersetzung um urbane Räume in Aachen. Es verkörpert den Spannungsbogen zwischen historischer Sakralität, städtischer Entwicklungspolitik und grassierender Kulturarbeit. Die Vielfalt der dort stattfindenden Projekte sowie die kontinuierliche öffentliche Auseinandersetzung machen es zu einem relevanten Ort in der Aachener Stadtgesellschaft.