Fünfknopfturm
Highlights
- Der Fünfknopfturm ist ein gotischer Wehrturm mit fünfeckigem Grundriss und fünf knopfartigen Dachaufsätzen.
- Er wurde um 1423–1425 aus Buckelquadern erbaut und diente lange als Feuerwachturm.
- Das vorgelagerte Untere Tor wurde 1811 größtenteils abgetragen, heute sind nur noch Reste sichtbar.
Tipps
- Der Fünfknopfturm ist ein gut erhaltener Wehrturm mit einzigartigem Aussehen und reichhaltiger Geschichte rund um die Staufer.
- Besucher erhalten Einblicke in die mittelalterliche Stadtgeschichte und können das charakteristische Dachgeschoss mit den Kupferknöpfen bewundern.
- Das ehemalige Torwachthaus im Turmbereich lädt zur kurzen Rast und zum Informieren über die Befestigungsanlagen ein.
Eigenschaften
Über Fünfknopfturm
Der Fünfknopfturm zählt zu den markantesten Baudenkmälern der Stadt Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg. Als Teil der ehemaligen äußeren Stadtmauer thront der aus dem 15. Jahrhundert stammende Wehrturm im Nordwesten der historischen Altstadt und prägt das Stadtbild mit seiner charakteristischen Architektur. Der turmhohe Baukörper mit einer Höhe von etwa 27 Metern weist einen fünfeckigen Grundriss auf und ist durch seine fünf knopfartigen Aufsätze am Dach besonders auffällig. Diese geben dem Turm nicht nur sein visuelles Profil, sondern auch den Namen. Im Gegensatz zu anderen gotischen Türmen mit meist vier Ecktürmchen verfügt der Fünfknopfturm über drei erkerartige Aufbauten sowie zwei weitere Knöpfe auf dem Walmdach.
Ursprünglich als militärische Verteidigungsanlage errichtet, bildete der Turm zusammen mit dem vorgelagerten Unteren Tor eine Festungsanlage im Rahmen der Stadtbefestigung. Während seiner Nutzung diente er über Jahrhunderte hinweg als Feuerwachturm, bis ins 20. Jahrhundert hinein bewohnt und genutzt. Noch bis 1918 waren Brandwächter im Turm stationiert, danach erfolgte eine Umnutzung als Wohnturm. In den folgenden Jahrzehnten wurden mehrfach Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, darunter der Austausch von Dachaufsätzen, Holzverkleidungen und technischen Einrichtungen. Einige dieser Arbeiten erfolgten auch nach Blitzschlag oder dem Verlust der ursprünglichen Glocke im Zweiten Weltkrieg.
Der Turm erhielt in seiner Geschichte immer wieder Aufmerksamkeit durch städtische und private Initiativen. So wurde er im Vorfeld der Landesgartenschau 2014 umfassend saniert und in seinen architektonischen Details wieder aufgewertet. Die restaurierte Wetterfahne und die neue Glocke im eisernen Dachaufsatz unterstreichen den kulturhistorischen Wert des Bauwerks. Die Räume im Inneren des Turms beherbergten früher Wohnungen, die bis ins frühe 21. Jahrhundert von Mietern bewohnt wurden. Heute steht der Fünfknopfturm als Zeugnis mittelalterlicher Stadtplanung und Befestigungskunst unter Denkmalschutz und wird von Besucherinnen und Besuchern geschätzt.
In direkter Nähe zum Fünfknopfturm befinden sich zudem die Reste des Unteren Tores, das einst als Durchgang in die Stadt diente. Obwohl der größte Teil der Toranlage im frühen 19. Jahrhundert abgetragen wurde, konnten im Zuge der Vorbereitungen zur Landesgartenschau archäologische Spuren wie Verteidigungsgänge und der Hauptzugang wiederentdeckt und sichtbar gemacht werden. Auch das ehemalige Torwachthäuschen am westlichen Ende der angrenzenden Brücke gehört zum historischen Ensemble und zeugt von der ehemaligen Funktion als Kontrollpunkt im Stadtverkehr.