Kirche/Kloster

Burgkapelle Posterstein

Pfarrbereich Schmölln I, 07580 Burgberg 5

Highlights

  • Evangelische Burgkapelle mit barockem Schnitzwerk (1689) und Wappen des Burgherren von Plugk.
  • Spätgotische Kirche (16. Jh.) mit Umbauten 1901: neue Empore, Orgel und Sakristei; 2008 archäologische Gräber entdeckt.

Tipps

  • Der barocke Altarbaldachin und die Kanzel aus dem Jahr 1689 zeigen handwerkliche Meisterleistungen des Schnitzers Johannes Hopf und prägen den Innenraum nachhaltig.
  • Die Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert im Kirchenschiff bieten Einblicke in die historische Bestattungskultur der Region und ergänzen die architektonische Vielfalt.
  • Die Eifert-Orgel aus dem frühen 20. Jahrhundert befindet sich auf einer Empore und gehört zu den akustischen Besonderheiten der Burgkapelle.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Burgkapelle Posterstein – Sakrale Kultur im Burgberg 5

Die Burgkapelle Posterstein auf dem Burgberg 5 ist ein historisches Juwel im ostthüringischen Altenburger Land und gehört als sakrale Anlage zur Burg Posterstein. Ursprünglich als spätgotische Filialkirche der Nöbdenitzer errichtet, entwickelte sie sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem prächtigen Barockbau mit einzigartigem künstlerischem Erbe. Besonders beeindruckend ist das reich verzierte Schnitzwerk aus dem 17. Jahrhundert, das die Kapelle zu einem der bedeutendsten Beispiele barocker Kirchenkunst in der Region macht.

Die Innenausstattung der Burgkapelle entstand im Jahr 1689 durch den Künstler Johannes Hopf und umfasst herausragende Elemente wie den Altarbaldachin, die Kanzel sowie eine prunkvolle Herrschaftsloge. Die Schnitzereien zeigen typisch barocke Motive wie Engelgestalten und die Wappen des damaligen Burgherren Georg Dietrich von Plugk und seiner Gemahlin. Obwohl die genauen Umstände ihrer Entstehung nicht vollständig dokumentiert sind, verdeutlichen die Arbeiten die handwerkliche Meisterschaft der Epoche und die Verbindung von sakraler Kunst mit weltlicher Repräsentation.

Ein weiterer Höhepunkt der Kapelle ist die Orgel, die im Jahr 1901 von der Werkstatt Eifert eingebaut wurde. Dieser Umbau markierte auch eine architektonische Veränderung: Der Glockenturm wurde neu errichtet, eine Sakristei hinzugefügt und eine Empore geschaffen, auf der sich die Orgel befindet. Die Umgestaltung unterstrich die Bedeutung der Burgkapelle als zentraler Ort des Glaubens und der Gemeinschaft im Altenburger Land – trotz ihrer Filialzugehörigkeit zur Nöbdenitzer Kirche.

Archäologische Grabungen im Jahr 2008 förderten unter dem Kirchenboden mehrere Gräber aus dem 16. Jahrhundert zutage, die auf die frühe Nutzung des Ortes als Bestattungsstätte hinweisen. Diese Funde ergänzen das historische Bild der Burgkapelle und verweisen auf ihre lange Tradition als Ort der Andacht und des Gedenkens. Bis heute vereint die Kapelle sakrale Tradition mit barocker Pracht und bietet Besuchern eine faszinierende Reise durch die Kunst- und Kirchengeschichte der Region.

Die Burgkapelle Posterstein ist damit nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Verbindung von Macht, Glauben und Kultur im Altenburger Land. Ihr barockes Schnitzwerk und die historische Substanz machen sie zu einem besonderen Ziel für Kulturinteressierte und Geschichtsbegeisterte, die die Vielfalt sakraler Baukunst erleben möchten.

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