Kirche/Kloster

Evangelische Reformationskirche

Markt 18, 40721 Hilden

Highlights

  • Die Reformationskirche in Hilden ist eine spätromanische Emporenbasilika und zählt zu den bedeutenden Kirchenbauten am Niederrhein.
  • Ursprünglich als St. Jacobus gewidmet, wurde sie nach dem Westfälischen Frieden an die Evangelischen übertragen.
  • Archäologische Untersuchungen ergaben drei frühere Kirchenbauten, die zur „Vierte Hildener Kirche“ führten, erbaut um 1255.

Tipps

  • Die Reformationskirche liegt zentral am Markt von Hilden und ist zu Fuß leicht erreichbar.
  • Der barocke Außenbau kontrastiert mit dem schlichten, einladenden Innenraum, der zur Besinnung einlädt.
  • Historische Bauteile aus verschiedenen Epochen machen die Kirche zu einem sehenswerten Zeugnis der Reformationsgeschichte.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Evangelische Reformationskirche

Die Evangelische Reformationskirche in Hilden ist ein bedeutendes sakralschutztechnisches Bauwerk und zählt zu den herausragenden späten Emporenbasiliken im romanischen Stil am Niederrhein. Ursprünglich als katholisches Gotteshaus St. Jacobus errichtet, wurde sie nach dem Westfälischen Frieden an die Evangelischen übergeben. Seit 1958 trägt sie ihren heutigen Namen und steht als Zeugnis reformatorischen Glaubens mitten in der historischen Altstadt von Hilden im Kreis Mettmann, Nordrhein-Westfalen.

Die Baugeschichte der Kirche reicht weit zurück. Bereits um das Jahr 922 entstand auf dem Gelände eine erste Hofkapelle, die „Erste Hildener Kirche“. Insgesamt konnten bei Restaurierungsarbeiten drei Vorgängerbauten nachgewiesen werden. Der heutige Kirchenbau geht maßgeblich auf den Ausbau unter Erzbischof Engelbert I. von Köln (1216–1225) zurück. Die endgültige Gestalt erhielt das Gotteshaus um 1255 und gilt heute als älteste dreischiffige spätromanische Kreuzbogenemporenbasilika im Rheinland. Auffällig ist ihre kubische Proportion sowie die charakteristischen Doppelbogen-Emporen mit Kleeblattabschluss, die sich auch in anderen spätromanischen Bauten wie St. Kunibert in Köln oder St. Kastor in Koblenz finden.

Das Baumaterial stammt zum Teil vom Drachenfels bei Königswinter – Trachyt und Tuffstein prägen die architektonischen Details. Zahlreiche Steine aus den früheren Kirchenbauten wurden wiederverwendet, einige sind noch heute sichtbar, etwa am Treppenaufgang zum Altar. Im Mittelalter dienten die Emporen zeitweise als Pilgerschlafplätze für Jakobuswanderer auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Kirche war somit nicht nur religiöses, sondern auch kulturelles Bindeglied entlang wichtiger Pilgerwege.

Heute beherbergt die Reformationskirche nicht nur Gottesdienste, sondern dient auch als Veranstaltungsort für Konzerte und kirchliche Feiern. So gastieren regelmäßig Chöre und Ensembles unterschiedlicher Stilrichtungen in der Kirche, darunter das Blockflötenensemble „rondo flautino“ sowie die Kantorei Hilden. Die Kirche lädt mit ihrer schlichten Innenausstattung zur Besinnung ein, während ihre imposante Außenfassade Besucher aus der ganzen Region anzieht. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,6 von 5 Sterne bei Google gehört sie zu den besonders gut bewerteten Kultur- und Sakralstätten in Hilden.

Die Evangelische Reformationskirche steht damit exemplarisch für die reiche Geschichte evangelischen Glaubens im Bergischen Land. Sie verbindet architektonische Schönheit mit lebendiger Gemeindepraxis und lädt sowohl Gläubige als auch Interessierte ein, sich von ihrer besonderen Atmosphäre inspirieren zu lassen.

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