Denkmal/Gedenkstätte

Tausendjährigen Rosenstock

Domhof 3, 31134 Hildesheim

Highlights

  • Der Tausendjährige Rosenstock in Hildesheim ist ein Hundsrosen-Exemplar auf dem Mariendom-Friedhof.
  • Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg brachte der Stock 1945 innerhalb von acht Wochen 25 neue Triebe hervor.
  • Die Sage vom Rosenwunder im 9. Jahrhundert verbindet Kaiser Ludwig den Frommen mit der Gründung des Mariendoms.

Tipps

  • Der Tausendjährige Rosenstock befindet sich im Innenhof des Hildesheimer Mariendoms, direkt hinter dem Chor.
  • Die beste Besuchszeit ist ab Ende Mai, wenn der Rosenstock in voller Blüte steht.
  • Vor Ort gibt es eine Touristinfo sowie Führungen, die über den Dom und den Rosenstock informieren.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Tausendjährigen Rosenstock

Der Tausendjährige Rosenstock in Hildesheim ist eine historische Sehenswürdigkeit von besonderer Bedeutung und zählt zu den kulturellen Denkmälern der Stadt. Er steht auf dem Friedhof des Hildesheimer Mariendoms, unweit des Chors der Domkirche, und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Der Rosenstock gehört zur Art der Hundsrose (Rosa canina) und ist eng verbunden mit der Gründungsgeschichte von Dom, Bistum und Stadt im frühen Mittelalter. Seine symbolische Kraft zeigt sich nicht zuletzt in der Sage vom sogenannten Rosenwunder, die den Ursprung des Strauchs mit der Kaiserzeit verbindet.

Die Sage erzählt, dass Kaiser Ludwig der Fromme während einer Jagd in der Gegend um Aulica (heute Elze) in Not geriet. Nachdem sein Pferd zusammenbrach und er allein zurückblieb, hängte er sein Brustkreuz mit einem Heiligtum der Gottesmutter an einen Strauch und betete. Als er erwachte, soll der Strauch in voller Blüte gestanden und das Kreuz darin verhakt gewesen sein. Dies deutete er als göttliche Fügung und gelobte den Bau einer Kapelle an dieser Stelle. Aus dieser Handlung geht die Legende des Rosenstocks hervor, der seitdem als Zeuge der Geschichte und als Symbol des Lebens am Dom gilt.

Ein weiterer Erzählstrang besagt, dass der Kaiser während einer Messe im Wald sein Reliquiengefäß vergaß. Bei der Rückkehr fand der Hofkaplan es an einem blühenden Rosenstrauch hängen, das er nicht entfernen konnte. Auch hier wurde dies als göttliche Offenbarung gewertet, woraufhin eine Kapelle errichtet wurde, um die Gottesmutter zu ehren. Der Rosenstock wurde dabei um die Baustruktur herumgelegt und wächst bis heute an den Mauern des Doms entlang.

Während des Bombenangriffs auf Hildesheim im Zweiten Weltkrieg wurde der überirdische Teil des Rosenstocks zerstört und unter den Trümmern der Domapsis begraben. Nur acht Wochen später sprossen aus der Wurzel neue Triebe. Dieses Ereignis verlieh der Legende vom Rosenwunder eine neue, historisch belegbare Dimension. Obwohl das genaue Alter des Rosenstocks nicht mehr nachvollziehbar ist, wird es auf mehrere hundert Jahre geschätzt. Die Pflanze verfügt über die Fähigkeit zur fortwährenden Erneuerung durch unterirdische Sprossen, wodurch sie trotz ihres hohen Alters immer wieder neue Triebe bildet.

Der heutige Rosenstock erreicht eine Höhe von fast zehn Metern, was durch Rankhilfen entlang der Dommauern ermöglicht wird. In der Natur wachsen solche Rosenarten meist nur bis zu drei Meter hoch. Der Strauch ist besonders im Spätfrühling in voller Blüte zu sehen und zieht zahlreiche Besucher an. Neben seiner botanischen und sagenhaften Bedeutung bietet der Standort auch die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Hildesheimer Doms zu informieren. Vor Ort gibt es eine Touristinformation sowie Führungen durch den Dombezirk.

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