Kapelle Maria Magdalena
Highlights
- Die evangelische Kapelle Maria Magdalena in Südhemmern wurde 1324 erbaut und ist Teil der Kirchengemeinde Hille.
- Nach Zerstörungen durch Brand und Plünderung wurde sie 1687 wiederaufgebaut, wie ein Balken mit Datum belegt.
- Heute dient ein ehemaliger Hof südlich der Kapelle als Gemeindehaus und die Kapelle beherbergt wertvolle historische Ausstattung.
Tipps
- Die Kapelle Maria Magdalena in Südhemmern ist ein historischer Ort mit barocker Kanzel aus 1574 und Altarbild von 1701.
- Ein Gemeindehaus südlich der Kapelle bietet Raum für Veranstaltungen und Begegnungen.
- Der jährliche Hagelfeiertag erinnert an alte Bräuche und wird am Montag nach Trinitatis begangen.
Eigenschaften
Über Kapelle Maria Magdalena
Die Kapelle Maria Magdalena befindet sich im ortsteil Südhemmern der Gemeinde Hille im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Die evangelisch-lutherische Kapelle ist Teil der Kirchengemeinde Hille und gehört zum Kirchenkreis Minden innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen. Seit ihrer Weihe steht sie als sakraler Ort im Zentrum des Gemeindelebens und zeugt von über siebenhundert Jahren Geschichte.
Der erste Bau der Kapelle geht auf das frühe 14. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach durch Brände und Kriegseinwirkungen beschädigt, insbesondere während der französischen Besatzungszeit im späten 17. Jahrhundert. Kurz darauf wurde der Wiederaufbau eingeleitet, wie eine entsprechende Jahreszahl an einem Deckenbalken dokumentiert. Im Jahr 1993 erwarb die Gemeinde angrenzendes Gelände, das seither als Gemeindehaus genutzt wird.
Architektonisch präsentiert sich die Kapelle als schlichter Saalbau mit einer halbrunden Apsis am Ostrand. Vier massive Pfeiler stützen die Ecken des Inneren, während sich im Westtrakt ein kleiner Glockenstuhl mit einer historischen Glocke befindet. Das Dach ruht auf grauen Pfannen und Hängeknaggen. Im Außenbereich zieren alte Grabsteine sowie eine Bruchsteinmauer den kleinen Kirchhof. Eine Kanonenkugel in der Außenwand erinnert an die Schlacht bei Minden im Jahr 1759.
Die Ausstattung der Kapelle vereint verschiedene Epochen: Ein Altarbild aus dem frühen 18. Jahrhundert ziert den Chorraum, während ein Kruzifix aus dem 19. Jahrhundert auf dem Altar steht. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1740. Das älteste erhaltene Möbelstück ist die reich geschnitzte Kanzel aus dem 16. Jahrhundert, die später in der Region gekauft wurde. Diese Elemente prägen das Bild eines schlichten, dennoch wertvollen Gotteshauses.
Tradition und Brauchtum spielen bis heute eine Rolle. Seit einem verheerenden Hagelschlag im späten 17. Jahrhundert wird alljährlich am Montag nach Trinitatis ein Hagelfeiertag begangen, der als Zeichen des Schutzes gilt. Die Kapelle bleibt ein Ort der Ruhe und des Zusammenkommens – sowohl für Gottesdienste als auch für kirchliche Feiern wie Hochzeiten, die hier aufgrund der besonderen Atmosphäre stattfinden.